Fahrradklima-Test des ADFC

Kommentar: Fuß von der Bremse!

Deutschland ist und bleibt eine Autofahrer-Nation. Auch wenn diverse Verkehrsexperten hin und wieder mal das Aus für die Benzinkutschen prophezeien, so haben es alternative Konzepte nach wie vor schwer. Von Christoph Zöllner

Das zeigt sich jedesmal, wenn der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) seinen Fahrradklima-Test vorstellt. Radler stehen weiterhin zu selten im Fokus der Stadtplaner. Dabei hat diese Art der Fortbewegung ihre Vorteile: Sie ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch noch gesund und schnell, wenn nicht gerade Eis und Schnee dazwischenkommen. Nur wenige Städte wie Münster haben begriffen, welches Potenzial im Radeln steckt. Dort gibt es fast doppelt so viele Räder wie Einwohner, nämlich 500.000. Kaum eine andere deutsche Stadt verfügt über ein so gut ausgebautes Radwegenetz und so viele spezielle Angebote: etwa einen autofreien Ring um die Innenstadt, Radstationen mit Werkstatt-Service und anderes mehr.

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Bevor die Kämmerer der Region mit Blick auf die leeren Kassen gleich auf die Bremse treten: Die Wünsche des ADFC klingen zunächst einmal recht bescheiden. „Radverkehr ist günstig zu haben. Man muss nur mit einem Konzept und Lust an die Sache gehen“, teilt der Club mit. Mehr Parkplätze und Ständer, gute Wegweiser und Öffentlichkeitsarbeit könnten schon viel bewirken. Einbahnstraßen sollten für Radfahrer geöffnet und an vielen Stellen die Benutzungspflichten für Radwege abgeschafft werden. Hilfreich wären auch radfahrerfreundliche Ampelschaltungen. Allerdings reicht der gute Wille alleine nicht aus, wenn es um den Bau von Radwegen geht. Hier wäre Rückenwind der schwarz-grünen Landesregierung nicht schlecht, meint der ADFC. Denn mit den veranschlagten Mitteln könnten derzeit nur drei neue Radwege gebaut werden. Der Bedarf liege aber bei 160.

Für den Anfang würde es wohl schon reichen, wenn der eine oder andere Entscheidungsträger vor Ort mal vom Auto aufs Fahrrad umstiege. Dann sähe er die Verkehrswelt vielleicht mit anderen Augen und sorgte dafür, dass ein paar Bürgersteige mehr abgesenkt und ein paar Schlaglöcher mehr gefüllt werden. Damit es noch runder läuft beim Radeln.

Quelle: op-online.de

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