Fernbus-Bahnhof für Frankfurt

Kommentar: Nicht nur Gewinner

Frankfurt - Jetzt ist es also klar: Das neue Fernbus-Terminal wird auf dem großen Parkplatz an der Südseite des Frankfurter Hauptbahnhofs gebaut. Von Peter Schulte-Holtey 

Im Grunde eine gute Entscheidung, denn die Haltestellen dort sind seit Jahren chronisch überlastet, Fahrgäste kritisieren das Gedränge an den Bussen. Viele Reisende haben Mühe, die richtige Abfahrtsstelle zu finden und können sich im Regen nicht unterstellen. Zumindest einige Probleme werden durchs neue Terminal abgestellt.

Überraschend ist der Beschluss sicherlich nicht. Andere diskutierte Standorte wie der Flughafen, der Frankfurter Westbahnhof oder der mit S-Bahn und Autobahn angebundene Kaiserlei-Kreisel sind ja schon seit Monaten aus dem Rennen. Es ist aber richtig, dass die Verantwortlichen jetzt endlich die langen Diskussionen beenden. Planungssicherheit ist auch für die Busunternehmen wichtig. Inzwischen steuern ja jeden Tag im Schnitt 360 Fernbusse die Haltestellen am Hauptbahnhof an. Das ist nach Angaben der Stadt ein Anstieg von 19 Prozent innerhalb eines Jahres. Der Boom ist unübersehbar; die Fernbus-Linien hoffen bundesweit in diesem Jahr auf 16 Millionen Reisende.

Auch im Interesse der Bahn

Die Aufwertung der Fernbus-Haltestelle müsste eigentlich auch im Interesse der Bahn sein. Der Konzern hat nach der Liberalisierung des Fernbusverkehrs an Umsatz eingebüßt. Deshalb will er nun stärker in den Busverkehr investieren.

Es gibt aber nicht nur Gewinner. Denn auch mit dem Bau des neuen Frankfurter Fernbusterminals wird wieder einmal vor Augen geführt, dass das wichtige Ziel von Umwelt- und Verkehrspolitikern derzeit dramatisch verfehlt wird - mehr Verkehr von den überlasteten Straßen auf die Schiene zu bekommen und mit einer höheren Auslastung der Züge die Umwelt und das Klima zu schonen.

Quelle: op-online.de

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