Flüchtlinge in der Region

Kommentar: Brückenbauer gesucht

Wir sollten uns nichts vormachen: Was in Osteuropa, Asien oder Afrika an humanitären Katastrophen derzeit passiert, wirkt sich längst auch spürbarer denn je bis ins Rhein-Main-Gebiet aus. Von Peter Schulte-Holtey 

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Die Lage der Menschen in vielen Krisenländern wird verzweifelter; vor allem im Libanon spitzt sich die Situation zu. Nach UN-Angaben sind alleine dort 880.000 registrierte Flüchtlinge aufgenommen worden. Zum Glück ist es auch für viele Bundesbürger und Politiker eine Selbstverständlichkeit, verzweifelte Vertriebene nicht abzuweisen. Auch im Kreis Offenbach sind zuletzt mehr als 1. 000 Frauen, Kinder und Männer in Gemeinschaftsunterkünften, Hotels oder Wohnungen untergebracht worden. Hunderte weitere Flüchtlinge werden in den nächsten Wochen folgen. Dass die logistischen Probleme riesig sind, liegt auf der Hand. Dass sich der Ärger derart ausbreitet, war allerdings nicht vorhersehbar: Dietzenbach richtet eine Seniorentagesstätte zur Unterkunft für Flüchtlinge her - und erntet dafür heftige Kritik. Der Kreisverwaltung wird vorgeworfen, zu wenig Verantwortung zu übernehmen, den Kommunen zu viele Lasten aufzubürden. Jetzt schon ist absehbar, dass die geplanten neuen Unterkünfte nicht ausreichen werden ...

Natürlich geht es vorrangig ums Geld. Die Städteverbände klagen bereits lautstark über steigende finanzielle Lasten. Tatsächlich sind viele Kommunen, die unter den riesigen Lasten des U3-Kita-Projektes und der Ganztagsschulbetreuung stöhnen, schlicht überfordert. Es gibt nur eine Lösung: Land und Bund müssen weitaus stärker an ihre Finanzierungsverpflichtung erinnert werden.In den Parteien wird bereits heftig diskutiert. Der Konflikt um die Finanzierung der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen darf aber nicht zu einem Signal für nachlassende Hilfsbereitschaft (die überall im Kreis Offenbach in Form von Bürgerengagement spürbar ist) oder für parteipolitisch motivierte Gefechte werden. Jetzt werden Brückenbauer gesucht.

Quelle: op-online.de

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