Kommentar: Warten auf Leipzig

Ob der morgige Freitag mit der Eröffnung der neuen, vierten Bahn am Frankfurter Flughafen geeignet ist, als historischer Tag in die Geschichte der Rhein-Main-Region einzugehen, wird wohl erst die Zukunft zeigen.

Niemand weiß, ob sich der Flughafen mit der Kapazitätserweiterung tatsächlich als der Job-Motor für die Region, ja für ganz Hessen erweist, als der er versprochen wurde. Niemand weiß aber auch, ob das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Bürgern im Gegenzug Nachtruhe ohne Fluglärm verschaffen wird. Gelingt beides, wird es vielen Menschen noch immer viel zu laut sein. Denn mehr Flugzeuge machen mehr Krach. Aber die Einhaltung des Mediationsergebnisses in diesem mit großer Symbolik behafteten Punkt wäre wohl wirklich historisch zu nennen.

Der Erfolg hätte viele Väter und Mütter: Zum einen diejenigen, die ungeachtet aller Krisen der letzten Jahre den Mut hatten, eine derart große Investition zu schultern im Vertrauen auf Wachstum am Himmel; zum anderen aber auch diejenigen in den umliegenden Kommunen und den Bürgerinitiativen, die dafür kämpften, dass der Preis für die ökonomischen Belange nicht zu hoch sein darf.

Bescheidenheit dagegen ist in jedem Fall der Politik zu empfehlen. Der Wortbruch beim Nachtflugverbot durch die Landesregierung hat das Vertrauen zerstört, sie würde das Mediationsergebnis ernst nehmen und den Interessensausgleich tatsächlich wahren. Vielleicht ist es am Ende ja doch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, auf das sich die lärmgeplagten Menschen verlassen können. Zu wünschen ist es ihnen.

Quelle: op-online.de

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