Immobilie mit Rendite

Kommentar zum Frankfurter Flughafen

Die Fraport ähnelt längst einem Immobilienunternehmen mit Flugbetrieb. Dieser Satz ist nicht neu, sondern fast neun Jahre alt. Er stammt von Wilhelm Bender, der damals, im September 2006, Fraport-Chef war. Von Christian Riethmüller

Am Inhalt hat sich nichts geändert. Stefan Schulte, mittlerweile Vorstandsvorsitzender des Flughafenbetreibers, könnte diese Feststellung heute genauso gut treffen, liegt es doch ganz entschieden im Geschäftsinteresse der Fraport AG, Immobilien zu entwickeln. Deren Vermarktung, zumal in so attraktiver Lage wie dem Frankfurter Flughafenareal, verspricht eine wesentlich sichere Rendite als nur auf wachsenden Flugverkehr auf einem wegen des Nachtflugverbots ohnehin mit Begrenzungen kalkulierenden Airport zu setzen.

Fraport wird sich daher diese Renditechance nicht nehmen lassen und das Terminal 3 bauen, nicht allein, weil das Unternehmen ohnehin das Baurecht hat, sondern auch, weil es seinen Anteilseignern verpflichtet ist. Zu denen gehört in beträchtlicher Höhe auch das Land, dessen Ringen in Gestalt von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, den Flughafenausbau in irgendeiner Form für lärmgeplagte Anwohner genehmer zu gestalten und eine Alternative zum Terminal 3 aufzuzeigen, durchaus honorig sein mag.

Es wird trotzdem nicht die Schatten der Vergangenheit vertreiben. Hätte die Politik vor Jahren schon daran gedacht, nur einen kontrollierbaren Flugbetrieb haben zu wollen, hätte sie auf dessen Teilprivatisierung verzichten müssen.

Fluglärm-Urteile für Frankfurter Flughafen

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Quelle: op-online.de

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