Fraports Prognosen

Kommentar: Ende eines Königwegs

Der wackere Tarek Al-Wazir speist seinen Mut und seine Ausdauer zwischen den Fronten von Baurecht, Luftverkehrsinteressen, grüner Weltensicht und Bürgerwut in erster Linie aus einem süßen Quell: Von Michael Eschenauer

Er argumentiert, der lärmende Frankfurter Flughafen werde sich durch eine Art globalen Klimawandel in der Luftfahrt mittelfristig selbst schalldämmen. Der Mega-Trend, so Al-Wazir, gehe in Richtung Großraumflugzeug. Dies bedeute, dass sich Wachstum und Lärm entkoppeln ließen. Wie schön! Der Flughafen verarztet mehr Passagiere, ohne mehr Lärm bei Starts und Landungen auszulösen. Denn die Fluggäste steuern Frankfurt immer häufiger in fliegenden Großcontainern an. So kann sich jeder freuen, der Flughafen, weil er gut verdient, die Bürger, weil weniger Flieger weniger Krach bedeuten. Na mal sehen.

Stadtgespräch: Ausbau des Frankfurter Flughafens

Bei dieser Darstellung konnte der Zuschauer allerdings auch den Eindruck gewinnen, dass bei sinkenden Flugzeugzahlen auch kein neues Terminal nötig sei. Das ist ein Irrtum, wie wir nun wissen. Flughafenchef Stefan Schulte stellt dar, dass man das Terminal 3 gerade deshalb benötigt, weil man zunehmend Riesen wie Jumbo, A380 oder A340 abfertigen muss. Derzeit reichen deren Parkpositionen an den Terminals noch. Das ändert sich aber. In zehn Jahren müsste ohne das Terminal 3 ein Viertel der Dicken auf dem Vorfeld abgefertigt werden. Wird hier der Service schlechter, kommen weniger Dicke. In die Lücke, so die Lesart, stoßen billige Airlines mit kleinen Fliegern - die Flugbewegungen nehmen zu.

Tarek Al-Wazir bleibt ein Ausweg bei den Verhandlungen. Er muss damit argumentieren, dass Prognosen im Luftverkehr schwer bis unmöglich sind. Im Lichte der astronomischen Fliegerzahlen des Planfeststellungsbeschlusses von 2007 findet man in den Gutachten sicher Munition en masse.

Quelle: op-online.de

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