Kommentar zur Klinikfusion

Kommentar: Einzelkämpfer chancenlos

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Peter Schulte-Holtey

Es ist ihre einzige Chance, um finanziell zu überleben: Viele Krankenhäuser im Rhein-Main-Gebiet tun sich zusammen. Von Peter Schulte-Holtey

Diese Kooperationen reichen von losen Vereinbarungen über die Zusammenarbeit in ausgesuchten Fachdisziplinen und Kooperationen beim Einkauf bis zu Holding-Konstruktionen zur Erreichung von Synergieeffekten oder gar zu Fusionen.

Einzelkämpfer haben kaum mehr eine Chance, im Wettbewerb zu bestehen. Das ist natürlich auch in Offenbach und Hanau seit Jahren bekannt. Doch zum überfälligen gesellschaftsrechtlichen Zusammenschluss haben sich die verantwortlichen Kommunalpolitiker bislang nicht durchringen können. Die Misere wurde ausgesessen, auch rasant wachsende Riesen-Schuldenberge konnten die Damen und Herren in den Rathäusern nicht zu den notwendigen Schritten bewegen. Die Bürger versuchte man mit Absichtserklärungen zu beruhigen. Steuerzahler in Offenbach und Hanau sollte diese Art von Politik auf die Palme bringen.

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Hoffentlich sorgt jetzt auch der Zusammenschluss von Kliniken in Frankfurt dafür, dass die Krankenhäuser in Hanau und Offenbach sich intensiver miteinander befassen und den Schulterschluss suchen. Den Kliniken läuft ja die Zeit davon; der finanzielle Druck wächst von Monat zu Monat, aber das Konzept des Sozialministeriums für die Bildung einer Kommunalholding wird zusammen mit dem Ergebnis der Offenbacher Suche nach einem möglichen Käufer erst im Herbst vorgestellt. Dann wird beraten, diskutiert...

Wolfgang Heyl, Geschäftsführer des von der Klinik-Fusionswelle betroffenen Bürgerhospitals in Frankfurt, zeichnet Verantwortlichen in beiden Städten bereits einen gangbaren Weg vor. Für die Notfallversorgung müssten zwar die medizinische Klinik, die Anästhesie und die Radiologe erhalten bleiben, meint er. Gefäßchirurgie und Orthopädie könnten jedoch entfallen. Stimmt! Vor allem um Arbeitsteilung wird es auch bei der kommunalen Klinikholding gehen. Schmerzhafte Schnitte stehen bevor.

Quelle: op-online.de

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