Theorie und Praxis

Kommentar: Mit GBAS den Fluglärm mindern?

Offenbach - Ein Kommentar von Michael Eschenauer zu GBAS und der möglichen Minderung des Fluglärms.

„Mit der Inbetriebnahme des GBAS-Systems werden mittel- und langfristig Chancen für eine Entlastung der von Fluglärm Hochbetroffenen eröffnet.“ Ja, was soll Verkehrsminister Al-Wazir auch sonst sagen: Der Kampf um die Lärmminderung am Flughafen wird das politische Schicksal des Grünen entscheiden. Gut sehen die Prognosen nicht aus. Kontinuierlicher Sinkflug, Steilerer Anflug, Lärmpausen, Point Merge - Flugsicherung und Politik versuchen die Wogen der Lärmempörung durch ein Feuerwerk an - zugegebenermaßen recht aufwendigen - Maßnahmen zu dämpfen. Trotz des Aplombs, mit dem sie verkündet werden, bleibt die Stimmung rund um den Airport skeptisch bis düster.

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Vieles ist in seiner Wirkung zwar mit Instrumenten messbar, im Alltag von den Betroffenen aber kaum als Entlastung wahrzunehmen. Einzig die Anhebung des nördlichen und südlichen Gegenanflugs um rund 300 Meter spürt man am Boden. Das entscheidende Stichwort, das viele der Maßnahmen charakterisiert, lautet „theoretisch“. So ist das neue GPS-gestützte Anflugsystem „theoretisch“ in der Lage, die Flugzeuge auf einen individuellen, größere Siedlungen aussparenden Kurs zu schicken. Aber: Angesichts des enormen Verkehrs auf Rhein-Main wird man in der Praxis wohl immer wieder auf standardisierte und damit lautere Flugverfahren zurückgreifen müssen. Zudem wird es noch Jahre dauern, bis ein erklecklicher Anteil der Maschinen über die für GBAS erforderliche technische Ausrüstung verfügt. Wachstum in der Luft frisst oder behindert Lärmschutz am Boden. Dieses Dilemma wird uns weiter begleiten.

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Quelle: op-online.de

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