Generaldebatte im Landtag

Kommentar: Deutliche Alternative

Zur großen Form sind die Kontrahenten Volker Bouffier und Thorsten Schäfer-Gümbel nicht aufgelaufen. Der Regierungschef , der an der Macht bleiben will, gab sich sicher, dass in diesem Lande einfach alles zum Besten steht. Von Petra Wetlaufer-Pohl

Der Herausforderer versucht noch, zwischen staatsmännischer Pose und Attacke die richtige Balance zu finden. Immerhin bieten die beiden dem Wähler eine deutliche Alternative.

Bouffier konnte gestern mit dem ein oder anderen süffisanten Beitrag zu Oppositionsvisionen punkten. Seine Vorstellungen, wie er selbst das Land nach der Wahl die nächsten fünf Jahre regieren will, blieben jedoch weitgehend im Dunkeln. Konkreter wurde er nur im Blick zurück auf die Leistungen, aber nicht auf seine Ziele in der Zukunft. Dafür arbeitete sich der Ministerpräsident an der Opposition ab. Das legt den Gedanken nahe, er fürchte eben doch, deren Ideen könnten beim Wähler verfangen.

Dass es mit dem derzeitigen Koalitionspartner FDP eng werden könnte, weiß Bouffier ohnehin. Ebenso klar ist, dass die Zustimmung der Grünen zum Schulgesetz noch keine Basis schafft für eine politische Liaison. Der Wunsch der Schwarz-Gelben, eine im Vergleich zu Berlin reibungslos arbeitende Koalition fortzusetzen, bleibt so stark wie der der Rot-Grünen, die Politik gemeinsam zu verändern. Doch sollte das Wählervotum diese Absicht durchkreuzen, werden die Wünsche von heute für alle Beteiligten schnell Schnee von gestern sein.

Quelle: op-online.de

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