Kommentar: Schwieriger Einzelfall

Einerseits sollen die Menschen länger, sprich bis 67, arbeiten, andererseits schickt man fitte Arbeitnehmer per Altersteilzeit schon früher nach Hause. Das ist aber nur scheinbar paradox: Von Petra Wettlaufer-Pohl

Denn längere Lebensarbeitszeit schont die Rentenkasse, und Altersteilzeit hilft Betrieben beim Abbau von Arbeitsplätzen. Im Falle des Beamten Abraham Teuter aus Frankfurt, in der Lehrerschaft sicher ein Einzelfall, geht es jedoch schlicht um die gesetzlich festgelegte Altersgrenze. Wenn diese von den Gerichten als Altersdiskriminierung gewertet werden sollte, muss sie generell fallen. Was das renten- und versorgungspolitisch bedeuten würde, mag man sich lieber nicht ausmalen.

Es ist sicher gut gemeint, wenn Abraham Teuter das Wohl seiner Schüler in den Mittelpunkt stellt. Das Land Hessen, das mehr als 50 000 Lehrer beschäftigt, kann die Dinge aber nicht so individuell betrachten. Dort stellt sich nur die Frage, ob der Unterricht erteilt werden kann und nicht von welchem Lehrer. Auch junge Lehrer verdienen schließlich eine Chance. Vielleicht hätte dieser Einzelfall mit ein bisschen gutem Willen auf beiden Seiten aber auch anders gelöst werden können.

Quelle: op-online.de

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