Verlust an Respekt

Kommentar: Gewalt gegen Polizei und Retter

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Peter Schulte-Holtey

Auch Mitarbeiter bei den Sicherheits- und Rettungsstellen in Rhein-Main beschweren sich schon länger über einen Autoritätsverlust staatlicher Institutionen. Mitarbeiter werden angepöbelt - es gibt zum Teil auch Drohungen. Von Peter Schulte-Holtey

Von den Gewerkschaften ist zu hören, dass die Zahl der verbalen und tätlichen Angriffe auf Polizeibeamte, Feuerwehrkräfte und Sanitäter ungeahnte Dimensionen erreicht hat. Es fängt schon auf den Straßen an: Wagen blockieren rücksichtslos den Weg der Helfer, trotz Blaulicht reagieren Autofahrer nur zögerlich auf die Retter. Offenbar wächst der Egoismus bei vielen Mitbürgern, ein schleichender in der Bevölkerung ist zu beobachten; zugleich lässt der Zusammenhalt in der Gesellschaft rapide nach. Anders ist es nicht zu erklären, dass inzwischen so viele Polizisten und Rettungsmannschaften bei der Arbeit Angst um ihre eigene Gesundheit haben müssen. Es ist tatsächlich eine erstaunliche Entwicklung; wir brauchen und wünschen uns doch alle einen starken, zuverlässigen und handlungsfähigen Staat, engagierte Retter!

Polizei und Hilfsorganisationen bleiben nicht untätig. Schon in der Ausbildung werden die Mitarbeiter darauf vorbereitet, dass sie es im Einsatz vermehrt mit aggressiven Leuten zu tun bekommen. Es ist jetzt aber vor allem wichtig, die zunehmende Gewalt öffentlich zu diskutieren. Dieses gesellschaftliche Problem sollte nicht länger ignoriert werden. Viele Hilfs- und Rettungskräfte sind doch ehrenamtlich für die Menschen im Einsatz. Sie alle müssen wieder das Gefühl bekommen, dass wir mit großer Entschiedenheit hinter ihrer wertvollen Arbeit stehen - und sie dabei unterstützen.

Bilder: Zehn kuriose Kriminalfälle 2015 in Hessen

Quelle: op-online.de

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