Kommentar: Konsequent verfolgen

Die Polizeigewerkschaften beklagen seit langem eine besorgniserregende Zunahme der Gewalt und eine deutliche Abnahme der Autorität.

Deswegen ist natürlich richtig, dass sich Hessens Innenminister Boris Rhein jetzt erneut für einen eigenen Schutzparagraphen für Polizisten stark macht. Attacken auf Beamte (wie jetzt in Limburg) dürfen nicht als Berufsrisiko abgetan werden, sondern müssen konsequent verfolgt werden.

Das Risiko für die Beamten, angegriffen zu werden, steigt auch, weil wegen der teils kritischen Personalsituation oft bei Einsätzen mit einem Minimum an Kräften gearbeitet werden muss. Auch dies wird von den Gewerkschaften regelmäßig angesprochen; durchgreifende bzw. spürbare Änderung an der Personalstärke hat es in Hessen aber zuletzt nicht gegeben. Viele Polizisten haben nach Angaben der Gewerkschaften inzwischen mit gravierenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Immer mehr Beamte seien für längere Zeit dienstunfähig, heißt es. Von Burnout-Syndrom und und körperlicher Erschöpfung ist die Rede.

Es sollte zudem selbstverständlich sein, dass Polizisten noch besser ausgestattet werden. Von den Einsatzkräften wird nämlich erwartet, dass sie ihren Kopf hinhalten. Und das oft bei Problemen und Debatten, wo Politik und Gesellschaft versagt haben.

Blockupy-Demo gegen Polizei-Gewalt

Blockupy-Demonstration gegen Polizei-Gewalt

Genau eine Woche nach dem umstrittenen Polizeieinsatz bei der Blockupy-Demo gingen am Samstag in Frankfurt noch einmal mehrere tausend Menschen auf die Straße. Sie demonstrierten gegen das Vorgehen der Polizei sieben Tage zuvor. Anders als am vergangenen Wochenende blieb diesmal alles friedlich.

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Quelle: op-online.de

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