Kommentar: Es ist unglaublich

Seit Dienstag wissen die Behörden, dass im Frankfurter Großmarkt mehr als 1300 Salatköpfe mit Rattengift gelandet sind. Am Freitag schließlich gibt es eine Warnung auf einem Internet-Portal, das wichtig und gut ist, aber nicht jeder in der Favoritenliste haben dürfte. Von Ralf Enders

Man macht sich nicht des Populismus schuldig, wenn man fragt: Geht’s noch? Das Schlimme ist: Offiziell hat keiner einen Fehler gemacht - außer dem giftspritzenden Hersteller in Italien freilich. Eine Warnung ist nicht zwingend vorgeschrieben. Der Frankfurter Gemüsegroßhändler bemerkt das Rattengift auf seinem Salat und muss das Ordnungsamt informieren. Dessen Mitarbeiter spüren dem verkauften Salat hinterher, informieren ihre Offenbacher Kollegen, das Regierungspräsidium Darmstadt und das Hessische Verbraucherschutzministerium. Alle machen sie ihre Arbeit ordnungsgemäß. Das dauert drei Tage. Und in dieser Zeit kommt keiner auf die Idee, die Öffentlichkeit zu warnen: Leute, esst das nicht! Unglaublich.

Das deutsche System im Umgang mit Lebensmitteln - Kontrollen und Warnungen - muss dringend reformiert werden. Es ist nur noch Quatsch mit Soße. Und wir haben den Salat.

Quelle: op-online.de

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