Selbstgefällige Haltung

Kommentar: Hessen nach der Europawahl

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Wiesbaden - Europa ist Europa und Hessen ist Hessen. Und in Hessen gab es jüngst eine Umfrage, nach der die Menschen sehr zufrieden sind mit der schwarz-grünen Landesregierung. Das mag sein. Doch Umfragen sind keine Wahlergebnisse. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Die hessische CDU wird sich nach dem jüngsten Urnengang sehr wohl überlegen müssen, wie sie mit der neuen Kraft am rechten Rand umgeht, ohne ihre Vorzeige-Koalition mit den Grünen zu beschädigen.

Hierzulande ist es der Partei bislang gelungen, alle unter einem Hut zu halten - von den jungen modernen Großstadtmenschen über den sozial orientierten Arbeitnehmer-Flügel bis hin zu Rechtsaußen, die sich von Politikern wie der Frankfurter Vertriebenen-Funktionärin Erika Steinbach und dem Wetzlarer Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Irmer vertreten fühlen.

Am Sonntag war das anders. Die CDU, die sich gern als einzige verbliebene Volkspartei geriert, büßte massiv Stimmen ein, auch in Hochburgen wie dem Main-Taunus-Kreis. Dort - auch das sollte sie nicht aus dem Auge verlieren - hat die SPD neun Prozent zugelegt und ihren Aufwärtstrend stabilisiert.

Irgendwas ist für die hessische CDU trotz ihrer knappen Führung also falsch gelaufen bei dieser Wahl. Vielleicht war es die selbstgefällige Haltung, dass ohne sie ohnehin nichts läuft. So behäbig war der Wähler nicht.

Die hessischen Abgeordneten im Europaparlament

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Quelle: op-online.de

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