Kampf gegen Lebensmittel-Betrug

Kommentar: Scharfes Schwert

Die staatliche Überwachung ist lockerer, als man es in einem Land erwarten würde, wo sonst alles genauestens normiert und kontrolliert wird. Tatsächlich ist die Lebensmittelkontrolle in Deutschland in weiten Bereichen eine „Mogelpackung“.

Das wird im Jahresbericht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, der gestern präsentiert wurde, erneut belegt.

Etwa 2500 Lebensmittelkontrolleure sind bundesweit für über eine Million Betriebe zuständig; für Molkereien, Cafés, Restaurants, Supermärkte, Krankenhäuser, Pflegeheime usw. Bei diesen Zahlenverhältnissen wird sofort klar: Der Kontrolldruck kann nur steigen, wenn von den Behörden mehr Personal eingestellt wird.

Auch in Hessen werden die Klagen immer lauter. Aber weiterhin unterbleibt in den zuständigen Kreisverwaltungen die Einstellung zusätzlicher Lebensmittel-Kontrolleure, weil dies Geld kostet. Doch das werden die Verantwortlichen ausgeben müssen, wenn es ihnen mit der Lebensmittelsicherheit in der Region ernst ist.

Im Lebensmittelbereich gibt es viele weitere „Baustellen“. So ist es nicht gesundheitsgefährdend, aber für Verbraucher sehr ärgerlich, wenn im Restaurant geschwindelt wird: So zeigte eine Sonder-Testreihe des Bundesamts in der Gastronomie, dass in einem Drittel der 210 servierten „Seezungengerichte“ nicht die Spur einer Seezunge nachzuweisen war. Bei den noch teureren Seezungenfilets war sogar die Hälfte ein - vermutlich billigeres - Imitat.

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Schlampiger Umgang mit Lebensmitteln

Kunden können sich gegen Betrügereien und schlechte Qualität wehren. Die Internetseite „Lebensmittelwarnung.de“ ist ein scharfes Schwert. Sie bündelt Hinweise etwa auf entdeckte Glassplitter, Salmonellen oder Schimmel. Auf der Seite werden Angaben mit Produktnamen, Hersteller und dem Grund der Warnung online gestellt. Zudem werden die Verpackungsgröße und das Mindesthaltbarkeitsdatum genannt.

Quelle: op-online.de

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