Ringen um Kita-Betreuung

Kommentar: Familien im Regen

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Peter Schulte-Holtey

Die Grundidee ist richtig, die Ausführung vielerorts Murks: Was sollen Eltern denn mit dieser Art von Politik anfangen? Bei der Kinderbetreuung bieten die verantwortlichen Politiker neben Zahlenwirrwarr vor allem eines: Sie spielen Schwarzer Peter. Von Peter Schulte-Holtey

Die Bundesfamilienministerin rügt die Länder, die bislang nur die Hälfte der versprochenen 2,15 Milliarden Euro Fördergelder abgerufen hätten. Die Länder wiederum deuten mit erhobenem Zeigefinger auf die Kommunen, die doch schließlich für die Kitas zuständig seien. Die Städte, wie jetzt Kassel, Darmstadt, Frankfurt und Offenbach, wiederum klagen über leere Kassen und schlechte Hilfestellungen, die Bund und Länder zu verantworten hätten.

 Schuldzuweisung statt Problemlösung: Die betroffenen Familien stehen im Regen. Damit der Kita-Ausbau nicht endgültig zum Trauerspiel verkommt, müssen in Hessen Kommunen und Landesregierung schleunigst an einen Tisch. Denn ab 2013 droht nicht nur eine Klagewelle wütender Mütter und Väter. Es geht um ein neues Betreuungs-Gesamtpaket, in das auch die vielen neuen Probleme an den Grundschulen gehören. Wenn dies nicht bald in Angriff genommen wird, droht jeder Fortschritt beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie mehr Qualität in der Kleinkinderbetreuung auf der Strecke zu bleiben.

Quelle: op-online.de

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