Kliniken in Not

Kommentar: Nichts gelernt

Immer mehr Krankenhäuser rutschen in die roten Zahlen - und die Patienten bekommen es zu spüren. So berichtet die Internet-Liste „kliniksterben.de“ fast täglich über geschlossene Abteilungen oder Demonstrationen gegen drohende Krankenhausschließungen. Von Peter Schulte-Holtey

Die Wirtschaftslage der meisten Krankenhäuser hat sich trotz stark steigender Kassenausgaben für Klinikbehandlungen massiv verschlechtert. Bei fast 60 Prozent der Krankenhäuser gingen die Umsätze zurück. Natürlich hat das auch mit politischen Vorgaben aus Berlin zu tun. Was Patienten und Versicherte aber besonders ärgern muss: Die Entwicklung ist schon seit Jahren absehbar. Doch die Verantwortlichen für die kommunalen Kliniken, die Politiker in den Städten, haben es auch in Hessen in den meisten Fällen versäumt, dass Ruder rechtzeitig herumzuwerfen. Klinikexperten predigen doch seit langem, dass viel Geld gespart werden könnte, wenn die Devise beherzigt würde: Nicht jedes Krankenhaus muss alles können.

Ein Verbund von Kliniken (wie es einmal für Offenbach, Hanau, Darmstadt und Wiesbaden angedacht war) würde dabei in der Lage sein, alle Anforderungen der Patienten zu erfüllen. In anderen Ballungsräumen ist man diesen Weg längst gegangen, mit Erfolg. Nur in Rhein-Main hat man sich verweigert. Wie oft muss es noch gesagt werden: Ohne abgestimmte Planung wird der Kostendruck einzelner Häuser weiterhin an die Kranken und an das angestellte Personal durchgereicht werden.

Quelle: op-online.de

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