Auf dem falschen Gleis

Kommentar zum Korruptionsprozess um Cargo-City Süd

Hochmut kommt vor dem Fall? Vermutlich ist dem so, doch wäre es zu billig und vor allem auch falsch, Ardi Goldman einfach als überheblichen Gecken zu skizzieren, dem vom Landgericht die Grenzen aufgezeigt worden sind. Von Christian Riethmüller

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Das schillernde Äußere und die lockeren Sprüche gehören zu seiner Attitüde, für die er nicht nur vom Boulevard im promi-armen Rhein-Main-Gebiet, sondern auch von der Stadtgesellschaft etwa in Frankfurt oder Offenbach beklatscht wird. Letztere hat ihm nämlich einiges zu verdanken.

Ohne Goldman hätte es wohl nicht die rasante Entwicklung im Frankfurter Ostend gegeben – auch mit Clubs wie dem Cocoon oder dem King Kamehamea –, die gewiss ihren Anteil an der Ansiedlung der EZB gerade in diesem Frankfurter Stadtteil hatte. Goldman hat sich auch prominent bei der Entwicklung der Offenbacher Hafeninsel engagiert, wie er überhaupt ein gutes Gespür für das Zukunftspotenzial früherer Industrieareale bewies und gern die Lokomotive bei deren Verwandlung in neue Hip-Quartiere spielt.

Ardi Goldman vor dem Landgericht in Frankfurt

Mit seiner Art ist er dabei bisher gut durchgekommen, weil bei ihm nicht Profitgier, sondern Interesse an Stadtentwicklung und eine aufrichtige Liebe zu „seinem“ Frankfurt im Vordergrund zu stehen schien. Nur als es allein ums Reibachmachen ging, ist diese Lokomotive aus dem Gleis gesprungen.

Quelle: op-online.de

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