Kommentar zur Krise bei der Lufthansa

Fronten sind geklärt

Mit unvermindertem Schub steuert die Lufthansa auf den ersten bundesweiten Streik ihrer Flugbegleiter zu. 24 Stunden soll morgen an allen deutschen Standorten die Arbeit ruhen.

Die Lage ist kompliziert. Natürlich muss das Unternehmen moderne Produktionsstrukturen schaffen, um im Wettbewerb mithalten zu können. So wird zum Beispiel um das Thema Leiharbeit im Konzern gerungen. Doch bei allem Verständnis für die Lufthansa: Ihrem Ruf schadet es enorm, an der letzten beweglichen Preisschraube - den Personalkosten - derart heftig zu drehen. Damit würde sie Methoden der Billig-Konkurrenz anwenden, statt die auch fürs Image wichtige Arbeit ausreichend zu honorieren.

Beiden Tarifparteien muss langsam dämmern, dass ihnen der Arbeitskampf auf dem Rücken der Fluggäste mittelfristig nichts nutzt. Zwar können die Flugbegleiter kräftig auf die Pauke hauen und die Lufthansa an den Verhandlungstisch zwingen. Allen Beteiligten sollte dabei aber klar sein, dass selbst weitere Zugeständnisse wenig an den Rahmenbedingungen im Luftverkehr und den nun spürbaren Folgen der Fehler des Lufthansa-Managements ändern. Viel zu lange hat der Vorstand gezögert, klare Antworten auf den sich stetig verstärkenden Verdrängungskampf am Himmel zu geben. Die Folgen: Im Verkehr nach Asien nehmen arabische Konkurrenten wie Emirates die Kranichlinie in die Zange; in Europa setzen Ryanair & Co. dem Konzern mehr denn je zu.

Die Fronten sind geklärt. Jetzt müssen Lösungen her - in der wohl größten Krise in der Lufthansa-Firmengeschichte.

Quelle: op-online.de

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