Kulturbarometer Frankfurt

Kommentar: Wichtiger Standortfaktor

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit, sagte Karl Valentin einmal. Doch es ist Arbeit, die sich lohnt. Nicht nur unter ästhetischen Gesichtpunkten.

Kunst, oder allgemeiner gesprochen Kultur, ist längst ein wichtiger Standortfaktor im Wettstreit der Städte und Regionen um ihre Zukunftsfähigkeit. Das Rhein-Main-Gebiet kann sich daher als gut aufgestellt betrachten, wenn nun bei einer repräsentativen Umfrage für den „2. Kulturbarometer Frankfurt RheinMain“ drei Viertel der Teilnehmer sehr zufrieden mit dem Kulturangebot in der Region sind und dieses auch noch fleißig nutzen. Aber selbst wenn wahre Menschenmassen in Opern- und Theaterhäuser, Museen und Ausstellungshallen strömten, reichten die Eintrittspreise nicht aus, die Institutionen zu unterhalten. Hier ist weiter die öffentliche Hand gefragt, die Kunst und Kultur sogar noch stärker fördern sollte, wie ebenfalls drei Viertel der Umfrageteilnehmer verlangen.

Viele klamme Kommunen sind zu solch einem stärkeren Engagement aber nicht in der Lage. Nun könnten Unternehmen und Stiftungen hier Lücken schließen (was sie ohnehin oft genug tun). Städte und Landkreise in der Region könnten aber auch ihre Absichtserklärungen zu einer engeren Zusammenarbeit endlich in die Tat umsetzen und für die Region bedeutsame Kulturangebote gemeinsam finanzieren. Dafür muss auch gar keine neue Gesellschaft gegründet werden, weil es eine solche bereits gibt: den Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Der gibt nicht nur Umfragen für „Kulturbarometer“ in Auftrag, sondern initiiert und finanziert so erfolgreich regionübergreifende Kulturprojekte, dass sich nun schon die Konkurrenz in Gestalt anderer Regionen nach seiner Struktur erkundigt. Weitere Gesellschafter sind willkommen.

Quelle: op-online.de

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