Ärger an Schulen

Kommentar: Vertrauen verloren

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Peter Schulte-Holtey

Hat sich da ein Referent im Kultusministerium in Wiesbaden wieder einmal gründlich verrechnet? Fest steht: Viele Schulen weisen die Darstellung von Ministerin Dorothea Henzler teils zornig zurück, die Lehrerversorgung werde zum nächsten Schuljahr auf 101 Prozent steigen. Von Peter Schulte-Holtey 

Tatsächlich deutet vieles auf einen Rechentrick hin - mittels Neubewertung der Referendararbeit. Wie groß das Zerwürfnis zwischen Lehrerschaft und Ministerium derzeit ist, unterstreicht auch die heftige Kritik der Pädagogenverbände an weiteren Plänen für eine Verbesserung der Unterrichtssituation an Hessens Schulen.

„Die bis zum Ende der Legislaturperiode versprochene 105-prozentige Lehrerversorgung wird zum Teil durch Buchungstricks erwirtschaftet. In der Realität verbessert sich die Lehrerversorgung durch die neue Anrechnung nicht um eine einzige Unterrichtstunde“, betonten jetzt Elisabeth Waldorff, Vorsitzende der Vereinigung der Oberstudiendirektoren in Hessen, und Knud Dittmann, Vorsitzender des hessischen Philologenverbandes. Die Verärgerung wird auch in Stellungnahmen von Schulleitern deutlich.

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Die Gefechte zeigen, dass im Kultusministerium einige Vorhaben falsch umgesetzt wurden. Für Fehler des Hauses trägt natürlich die Ressortspitze die politische Verantwortung. Denn Henzlers Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass Kontrollmechanismen tatsächlich funktionieren. Genau dies ist ihr aber oftmals in ihrer Amtszeit nicht gelungen, immer wieder gab es Ärger mit undurchsichtigen Reformvorhaben.

Man darf gespannt sein, ob Henzlers Nachfolgerin, Nicola Beer, das verloren gegangene Vertrauen in die Kompetenz von schulischen Problemlösungen wieder herstellen kann.

Quelle: op-online.de

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