Mauscheleien unter Ärzten

Kommentar: Das macht wütend

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Ob einzelne Ärzte, Apotheker, Sanitätshäuser oder Optiker: Eine kleine kriminelle Minderheit unter den Leistungserbringern im Gesundheitswesen entzieht dem System immer wieder große Geldsummen - und macht die Beitragszahler wütend.

Jüngster Fall: Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft hat Mauscheleien unter Ärzten den Kampf angesagt.Sie ermittelt derzeit gegen Orthopäden und Radiologen, die sich gewinnbringend Patienten zugeschanzt haben sollen. Dass es regelmäßig eklatantes Fehlverhalten gibt, räumen auch die Vertreter der Medizinerverbände ein. Missstände zu beseitigen, das sollte also ihr wichtigstes Ziel sein. Stattdessen aber reagieren manche Standesvertreter noch immer reflexhaft, gehen in eine Abwehrhaltung. In den Vorwürfen gegen eine Minderheit krimineller Ärzte sehen sie oftmals eine Kampagne gegen ihren Berufsstand insgesamt; meist verbinden sie dies noch mit Gejammer über schlechte Budget- und Arbeitsbedingungen. Damit wird nur abgelenkt. Vernünftiger wäre es, das Thema offensiv anzugehen und Lücken im eigenen Kontrollsystem zu schließen.

Der aktuelle Fall im Rhein-Main-Gebiet zeigt aber auch: Allein mit neuen Gesetzen, Reformen und besserer Strafverfolgung ist den „schwarzen Schafen“ nicht beizukommen. Es muss vor allem in der Ärzteschaft viel stärker darauf geachtet werden, dass eine Kultur entsteht, die kriminelle Praktiken früher erkennt. Denn es ist besonders unmoralisch und unanständig, sich an einem System zu bereichern, das Menschen mit geringem Einkommen immer mehr belastet.

Quelle: op-online.de

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