Kommentar: Mehr „Biss“ bei Energie!

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Michael Eschenauer

Bis 2050 soll in Hessen kein Öl und kein Gas mehr für Strom oder Wärme verschwendet werden - so lautete der Beschluss des Hessischen Energiegipfels. Ein ehrgeiziges Ziel, auch wenn 40 Jahre eine lange Zeit sind. Was bisher in Wiesbaden geschah, ist nicht sehr beeindruckend.

Mancher hat sogar den Eindruck, dass Schwarz-Gelb den Ökomotor auf halbe Kraft drosselt. Die Grünen sprechen von energiepolitischer „Konterrevolution“.

Das ist übertrieben - niemand kann Interesse daran haben, dass angesichts schwindender Ressourcen der Umstieg auf die „Erneuerbaren“ misslingt. Aber man handelt zu halbherzig. Da will Regierungschef Bouffier zunächst mal abwarten, bis ein bundesweites Konzept vorliegt. Da ist die Rolle der Kommunen beim Bau von Windparks umstritten. Da tobt heftiger Streit um die Kriterien für die Einrichtung von Windvorrang-Gebieten und die Bevorzugung von Offshore-Anlagen. Das Konzept für den breiten Ausbau von Solaranlagen stockt, und immer wieder kommt das Argument, die Solar-Förderung treibe Deutschland in den Ruin. So motiviert man niemand.

Das Verdienst des Energiegipfels war die Dynamik, die diese Aktion dem Thema verlieh. Jetzt droht dem Ganzen die Energie auszugehen. Ein gewisses Maß an Planung, Skepsis und Praxisorientierung ist unverzichtbar. Ein gewisses Maß an Enthusiasmus und „Biss“ aber auch.

Energiewende in Hessen: Biogas und Windräder

Windräder und Solarparks statt Atom-Meilern und Kohlekraft - kaum ein Thema ist im Grundsatz so wenig umstritten wie die Energiewende. Doch einige Bürger gehen inzwischen auf die Barrikaden gegen Windkraft und Biogas.

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Quelle: op-online.de

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