Kommentar zur OB-Wahl: Triumph der Beharrlichkeit

Vor zwei Wochen - beim ersten Wahlgang - durfte sich Peter Feldmann schon als Gewinner fühlen und seit gestern Abend nun auch als Sieger.

Die Wahl des weithin unbekannten Sozialdemokraten zum neuen Frankfurter Oberbürgermeister ist vielleicht keine Sensation, aber auf jeden Fall „der Hammer“, wie Feldmann in eigener Diktion jubelte. Gewiss ist dieser unerwartete Sieg jedoch ein Triumph der Beharrlichkeit. Feldmann hat sich erst gegen die Aversionen in seiner eigenen Partei behauptet und ist dann Klinkenputzen gegangen. Tag für Tag. Seinen Wählern hat er damit gezeigt, dass es ihm Ernst ist mit dem Amt im Römer, selbst wenn er noch manche Akte fressen muss, um sattelfest in all den Themen zu sein, die die Stadt umtreiben.

CDU-Kandidat Boris Rhein wäre da wohl ungleich informierter zu Werke gegangen, doch der Innenminister hatte den Elfmeter, der ihm durch Petra Roths Kniff zugefallen war, schon im Wahlkampf weit neben das Tor gelatscht. Bei seiner uninspirierten Bewerbungstour musste er außerdem noch mit dem Makel kämpfen, Mitglied einer ungeliebten Landesregierung zu sein, deren voraussichtlichen Niedergang er nun doch in Wiesbaden miterleben muss. Ein Sprungbrett für höhere Aufgaben sieht anders aus.

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Wusste Boris Rhein aber die CDU im Rücken, sieht die Angelegenheit für Peter Feldmann anders aus. Dem sind nicht alle Frankfurter Sozialdemokraten gewogen, möglicherweise stehen der SPD sogar erst noch die wahren Machtspiele ins Haus. Für solche Auseinandersetzungen kann sich der gern verbindlich gebende Feldmann im Umgang mit dem schwarz-grünen Magistrat schon einmal wappnen. Der neue Oberbürgermeister will nicht nur ein roter Klecks in der Landschaft sein, sondern wird spätestens über die Zuschnitte und Zuständigkeiten der Dezernate zeigen, wer Chef im Römer ist.

Quelle: op-online.de

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