Zerstörte Ideale

Kommentar: Odenwaldschule in den Schlagzeilen

Ein junger Lehrer hat den Besitz von Kinderpornos eingeräumt. Das ist allein eine strafrechtliche Angelegenheit. Von Christian Rietmüller

Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Pädagoge bis zu seiner fristlosen Kündigung an der einst berühmten, durch einen Missbrauchsskandal mittlerweile eher berüchtigten Odenwaldschule beschäftigt war. Ein solcher Vorfall hätte sich an jeder Schule ereignen können und lässt sich auch in Zukunft nicht vermeiden. Hundertprozentige Sicherheit kann keine Institution garantieren.

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Weil sich der Vorfall aber an einer der reformpädagogischen Vorzeige-Lehranstalten schlechthin zutrug, deren überfordertes oder schlicht unfähiges Führungspersonal wieder einmal jedes Krisenmanagement vermissen lässt, hat die Odenwaldschule einen Skandal am Hals, der möglicherweise das Aus für das 1910 gegründete Internat in Heppenheim bedeutet. Persönliche Verfehlungen würden dann endgültig die Ideale zerstören, für die die Schule viele Jahrzehnte lang stand. Das Ideal einer Gemeinschaft, „in der die verschiedenen Generationen unbefangen miteinander umgehen und voneinander lernen können“, wie es in der Schulordnung heißt, ist an der Odenwaldschule durch die Missbrauchsfälle in den 1970er und 1980er Jahren zwar beschädigt, doch von vielen unbescholtenen Pädagogen und ihren Schülern eben auch gelebt worden.

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Quelle: op-online.de

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