Panne am Frankfurter Flughafen

Kommentar: Preiskampf mit Folgen

Es klingt eigentlich unglaublich: An Deutschlands größtem Flughafen kann man mehr oder weniger problemlos mit Waffen im Handgepäck durch die Sicherheitskontrollen spazieren. EU-Prüfern soll es im vergangenen Monat bei jedem zweiten Versuch gelungen sein. Von Angelika Dürbaum 

Und als wäre dies noch nicht peinlich genug für die Verantwortlichen am Frankfurter Airport, wird die Schuld an dem Desaster auch noch ausdrücklich schlecht geschultem Personal in die Schuhe geschoben, weil die Gepäckkontrolleure nicht in der Lage waren, die Schmuggelware auf den Röntgenbilder zu erkennen. Da stellen sich die Flughafen-Chefs selbst ein Armutszeugnis aus.

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Prüfer schmuggeln Waffen durch Kontrolle

Die Personenkontrollen sind ein besonders sensibler Bereich am Bereich am Flughafen. Zuständig ist hier eigentlich die Bundespolizei, doch außer bei der Passkontrolle ist dort weit und breit kein Polizist mehr zu sehen. Die restlichen - wie jetzt gesehen durchaus brisanten - Aufgaben dürfen in die Hände von privaten Dienstleistern gegeben werden. Die rechnen natürlich mit spitzem Stift. Folge: Ganze acht Tage Ausbildung für die Gepäckkontrolleure und eine dem Vernehmen nach sehr schlechte Bezahlung. Was einst Kosten sparen sollte, erweist sich nun als fataler Fehler im System.

Mitschuld sind aber auch die Verbraucher. Geiz ist immer noch geil und wer freut sich nicht, wenn er für kleines Geld einen Flug nach Sydney oder Shanghai ergattern kann? Wen interessiert angesichts der Aussicht auf den Traumurlaub schon die Sicherheit? Der Preiskampf der Fluggesellschaften am Himmel schlägt natürlich auch auf die Airport-Betreiber wie Fraport durch, die gezwungen sind, ihre Kosten am Boden gering zu halten. Am Ende bleibt nur, am Personal zu sparen. Wen verwundert es da noch, dass Pannen wie die von Frankfurt passieren?

EU-Prüfer schmuggeln Waffen in den Frankfurter Flughafen

EU-Prüfer schmuggeln Waffen in den Frankfurter Flughafen

Quelle: op-online.de

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