Kommentar: Prekäre Bedingungen

Auch im Rhein-Main-Gebiet können tausende Frauen und Männer nicht von ihrem Lohn leben. Sie arbeiten unter prekären, sprich unsicheren Bedingungen, als Minijobber oder Leiharbeiter.

Sie sind Aufstocker, denn sie brauchen zusätzlich Sozialleistungen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

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Die Not der betroffenen Familien ist greifbar. Was Sozialforscher, Verbände und Gewerkschaften inzwischen immer mehr beschäftigt, ist die Frage: Unterstützt der Staat bei den sogenannten Aufstockern am Ende nur Niedriglöhne? Wer nach Antworten sucht, ist ganz schnell mitten in der Mindestlohn-Debatte. Tatsächlich muss sie intensiver geführt werden. Mindestlöhne sollten in weiteren Branchen gelten, denn sie können zum Beispiel auch dazu beitragen, mit der indirekten Subventionierung der Zeitarbeit durch den Staat Schluss zu machen. Manche Leiharbeiter werden bislang so schlecht bezahlt, dass sie nur mit zusätzlichen Sozialleistungen über die Runden kommen - eben als Aufstocker. Insofern ist die Untergrenze auch ein erster wichtiger Schritt im Sinne des Steuerzahlers; die Forderungen nach Mindestlöhnen nützen letztlich den gebeutelten Städten und Gemeinden. „Armut trotz Arbeit“ kostet sie ja unverändert sehr viel Geld.

Quelle: op-online.de

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