„Restaurant-Ampel“

Kommentar: Fragwürdige Kontrolle

So kann es gehen, wenn Politiker mal wieder zu viel versprechen: Mit viel Tamtam kündigt Hessens Verbraucherministerin Lucia Puttrich die baldige Einführung einer „Hygiene-Ampel“ für Gaststätten an. Von Peter Schulte-Holtey

Auf den ersten Blick sollen Kunden erkennen können, ob in einem Restaurant oder in einer Hotelküche sauber gearbeitet wird. Hört sich toll an. Doch Hessens Lebensmittelkontrolleure fragen sich - mit Blick auf den eklatanten Personalmangel in den eigenen Reihen - wer denn bitte schön die regelmäßigen Prüfungen durchführen soll?!

Inzwischen zeigt sich mehr und mehr, dass die Lebensmittelkontrolle in Hessen durch die Übertragung der Aufgaben vom Land auf die Kreise und Städte zersplittert und weniger leistungsstark geworden ist. Die Aufgaben in diesem Bereich steigen ständig, aber die Landkreise leiden unter chronisch knappen Kassen und sind oftmals nicht in der Lage, steigende Kosten für eine verbesserte Untersuchungsfrequenz zu stemmen.

Was besonders ärgerlich ist: Die Missstände sind seit Jahren bekannt, verbessert wurde aber nur wenig. Im gesamten Bundesland gibt es weiterhin zu wenig ausgebildete Lebensmittelkontrolleure, in vielen Bereichen bekommen die Betriebschefs jahrelang nicht einen Prüfer zu Gesicht.

Die Überwachungslücken führen dazu, dass Lebensmittelsicherheit in Hessen eine „Mogelpackung“ ist, denn nicht jeder Betrieb kann zur rechten Zeit kontrolliert werden. Jetzt schon zeichnet sich ab, dass die „Ampel“ in einer Gaststätte oftmals gar nicht aktuell sein wird.

Gegenwärtig ist das politische Versprechen der lückenlosen „Hygiene-Ampel“ also reine Utopie.

Quelle: op-online.de

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