In der Ruhe liegt die Kraft

Kommentar zur Schulpolitik in Hessen

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Peter Schulte-Holtey

Offenbach - Täglich grüßt das Murmeltier: Was soll man eigentlich noch sagen zur Bildungspolitik in Hessen?! Die Schulen leiden seit Jahren unter „Magersucht und Überalterung“ - dringend benötigte Lehrerstellen fehlen und es wurde zu wenig Nachwuchs ins Lehrerkollegium geholt. Von Peter Schulte-Holtey

Kontinuierlich ist die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte erhöht worden. Zudem bekommen die Pädagogen zunehmend den enormen Druck vieler Eltern zu spüren, sie suchen dabei die Schulen aus, in denen ihre Kinder besser gefördert werden (Privatschulen registrieren einen immer größeren Zulauf) - oder kaufen ihnen einfach die Bildung dazu, die der Staat nicht mehr leistet: durch Nachhilfe. Und jetzt ist auch noch der mit großen Erwartungen überfrachtete Bildungsgipfel faktisch gescheitert. Der Versuch von CDU und Grünen, einen zehn Jahre währenden Burgfrieden in zentralen Fragen der Schulpolitik zu schließen, war wohl von Beginn an zum Scheitern verurteilt; das Projekt war offenbar nicht ausreichend gut vorbereitet.

Was aber seit Jahren - vor allem viele Mütter und Väter - richtig stört, ist der ständige Reformeifer der Regierenden in Wiesbaden. Den Schulpolitikern kann in der aktuell sich wieder zuspitzenden Situation nur geraten werden, nach Jahren heftiger und teilweise überhasteter Veränderungen die Lage für Lehrer, Eltern und Schüler zu entspannen.

Man sollte die Schulen in Hessen doch mal eine Weile weitgehend in Ruhe lassen und notwendige Kurskorrekturen - in Abstimmung mit den beteiligten Lehrer- und Elternverbänden besser kommunizieren und mit größerer Überzeugungsarbeit im Vorfeld vorbereiten. Denn schmerzhafte Umstrukturierungen, wie jetzt die höchst umstrittenen Änderungen bei der Stellenzuweisung, sind immer ganz schnell „eine Operation am offenen Herzen“.

Quelle: op-online.de

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