Höchste Eisenbahn

Kommentar: RMV unter Druck

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Wohl wahr, billig sind die Tickets beim Rhein-Main-Verkehrsverbund nicht. Vor allem nicht die Einzelfahrscheine. Da ist dem Verkehrsclub von Deutschland (VCD) mit seiner Kritik an der neuen Ticketerhöhung zuzustimmen. Von Peter Schulte-Holtey

Dabei zahlt kein einziger Fahrgast mit seinem Fahrgeld den realen Preis, die Tickets werden vielmehr von der öffentlichen Hand subventioniert. Beim RMV sind das 44 Prozent. Und RMV-Eigner wie Offenbach sehen sich derzeit nicht in der Lage, mehr Steuergelder in den RMV zu pumpen. Deswegen ist es auch richtig, dass der VCD explizit auf die Lücken bei der Bundesfinanzierung von Bussen und Bahnen verweist. Offenbachs Bürgermeister Peter Schneider warnt jetzt mit klaren Worten: „Wenn es keine Veränderung in der Finanzierungsstruktur in Zusammenarbeit mit dem Bund gibt, werden allein im RMV bereits im nächsten Jahr 48 Millionen Euro zur Finanzierung der Verkehrsleistungen fehlen.“ Und welche Folgen dies haben kann, wird auch bald in Rhein-Main spürbar. Da die Finanzlücke kaum ausreichend mit besonders schmerzhaften Preissteigerungen gefüllt werden kann (um nicht noch mehr Fahrgäste zu verärgern), müssen die Verantwortlichen beim Rhein-Main-Verkehrsverbund bereits darüber nachdenken, welche geplanten Maßnahmen in die Warteschleife kommen oder gestrichen werden. Notwendige Projekte wie die nordmainische S-Bahn könnten dann gar aufs Abstellgleis kommen.

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Es wird also höchste Eisenbahn, dass Bund und Länder angemessen reagieren. Die Signale sind ja eindeutig: Die Schienen-Infrastruktur in Rhein-Main ist dem Bedarf seit Jahren nicht mehr gewachsen. Schon eine kleine Unregelmäßigkeit bringt den Fahrplan aus dem Takt. Das passiert vor allem deshalb so oft, weil es auf den Gleisen rund um Frankfurt immer enger geworden ist.

Quelle: op-online.de

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