Verfahren gegen Bischof eingestellt

Kommentar: Der Makel bleibt

Kein Strafverfahren gegen Tebartz-van Elst - aber der Makel bleibt: Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht mehr wegen einer falschen eidesstattlichen Versicherung gegen den umstrittenenen Limburger Bischof. Von Peter Schulte-Holtey

Das Verfahren ist gegen eine Geldbuße eingestellt worden; es ist kein Freispruch von dem Vorwurf, eine eidesstattliche Versicherung abgegeben zu haben, die nicht wahr ist. 20.000 Euro - das ist auch für einen Bischof eine hohe Summe. Sie reichen in seinem Fall immerhin, um sich einen Auftritt in einer Gerichtsverhandlung zu ersparen, bei der er vielleicht weitere unangenehme Details rund um seinen Erste-Klasse-Flug nach Indien hätte offenlegen müssen.

Auch wenn Tebartz ohne Vorstrafe bleibt, baut sich mit diesem juristischen Ausgang eines spektakulären Verfahrens eine weitere Hürde auf, ihn nach Limburg zurückzuschicken. Der Graben zwischen den Katholiken im Bistum und ihrem Bischof scheint inzwischen unüberwindbar. Die Diözesanversammlung sehe das Vertrauensverhältnis zwischen dem Bischof und seiner Diözese „als so zerstört an, dass ein Neubeginn mit dem Bischof nicht möglich erscheint“, hieß es am Wochenende in einer Erklärung der Diözesanversammlung. Tebartz bleibt nur noch ein Ausweg; er sollte sich an die Tugend der Selbstkritik erinnern; er sollte mithelfen, die vielen offenen Fragen in der Bistumsverwaltung zu beantworten. Dies setzt aber voraus, dass er nicht weiter unsichtbar bleibt und nicht reagiert.

Quelle: op-online.de

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