Regelung gescheitert

Kommentar zu verkaufsoffenen Sonntagen

Wenn es um den Sonntag geht, ziehen sogar Kirchen und Gewerkschaften an einem Strang. Die einen wollen Zeit für Besinnung und Kirchgang, die anderen für Arbeitsruhe und Familie. Der gesellschaftlichen Realität entspricht dies schon lange nicht mehr. Von Ralf Enders

Ralf Enders

Viele Menschen, die an Sonn- und Feiertagen arbeiten (müssen), sind da schon weiter; sie genießen die Vorzüge in Form von Boni und freier Zeit unter der Woche – mit Besinnung und Familie. Gewiss kann man das anders sehen. Aber selbst dann ist zu konstatieren, dass die aktuelle Regelung gescheitert ist. Was ist ein gesetzeskonformer Anlass? Was ist Tradition? Kommen die Menschen wegen des Festes oder weil die Geschäfte offen sind?

Die Vorgaben sind mehr als schwammig. Politik und Justiz wollen offenbar beschäftigt sein. Das eine Gericht entscheidet so, das andere so. Veranstalter bangen stets aufs Neue um ihren Termin. Kunden müssen samstags in die Zeitung schauen, um zu erfahren, ob sie sonntags einkaufen gehen können. Doch warum so kompliziert, wenn’s auch einfach geht: Jede Kommune darf an vier Sonntagen im Jahr die Ladenöffnung freigeben, Advent, Ostern & Co. freilich ausgenommen. Der Vorschlag liegt nicht nur auf dem Tisch, sondern bereits im Gesetzgebungsverfahren. Höchste Zeit für seine Umsetzung.

Quelle: op-online.de

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