Verkehrsbericht 2014

Kommentar: Hoher Preis für Mobilität

„Die Straßen in der Region sind sicherer geworden“, freute sich gestern Polizeipräsident Roland Ullmann. Und in der Tat: Der Verkehrsbericht 2014 weist die niedrigste Unfallzahl seit der Gründung des Polizeipräsidiums Südosthessen im Jahr 2001 aus. Von Christoph Zöllner

Doch auf diesen Lorbeeren darf sich niemand ausruhen, zumal sich die Zahl der Toten und Schwerverletzten erhöht hat. Der volkswirtschaftliche Gesamtschaden summiert sich der Polizei zufolge auf zirka 216 Millionen Euro - eine erschreckend hohe Summe, die wir für unsere Mobilität in der Region zahlen müssen.

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Immerhin 5,8 Millionen Euro von diesem volkswirtschaftlichen Schaden hat die umstrittene Baustelle auf der A3 von August bis November zwischen Offenbach und Obertshausen verursacht. Auch wenn hier täglich 133.000 Fahrzeuge in beide Richtungen rollen, ist dieser Anteil bemerkenswert. Die von der Polizei als „Kanal“ bezeichnete Wechselspur in der Mitte der A3, die morgens gen Frankfurt und abends in die Gegenrichtung geöffnet war, soll laut Gutachten zwar keine schweren Unfälle verursacht haben: Sie hat in dieser Form aber zur Verunsicherung der Autofahrer beigetragen. Nichtsdestotrotz will Hessen Mobil bei der Neuauflage der Baustelle - im Frühjahr 2016 wird die andere Seite erneuert - nicht auf die Wechselspur verzichten. Die Behörde möchte so viele Spuren wie möglich offenhalten, damit es sich nicht vor der Baustelle und auf den Ausweichstrecken staut. Hoffentlich ziehen die Planer aus dem Desaster die richtigen Schlüsse. Sonst hilft Pendlern im Frühjahr nur ein sehr langer Urlaub.

Quelle: op-online.de

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