Warnstreik bei der Lufthansa

Kommentar: Unruhige Zeiten

Die Lufthansa sollte sich auf unruhige Zeiten einstellen. Der Verdi-Warnstreik gestern war mit Sicherheit nicht die letzte Arbeitsniederlegung. Das Sparprogramm „Score“ fordert den Mitarbeitern einiges ab. Von Achim Lederle

Umso härter verhandeln die verschiedenen Einzelgewerkschaften im Lufthansa-Konzern, um die Einschnitte für ihre Klientel so gering wie möglich zu halten.

Es ist legitim, das die Pilotengewerkschaft Cockpit darum kämpft, dass die Piloten der Billigtochter Germanwings nicht länger arbeiten müssen als die Kollegen im Mutterkonzern. Und es ist legitim, dass die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für das Bodenpersonal Jobgarantien und Lohnerhöhungen fordert. Ihnen ist die Kabinengewerkschaft UFO ein großes Vorbild, die es nach dem letzten regulären Lufthansa-Streik im Vorjahr schaffte, mit einem komplexen Tarifwerk alle zufrieden zu stellen und den Beitrag der Kabine zum Sparprogramm zu leisten. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg: Im Sommer 2012 fielen etliche Flüge aus, wochenlang wurde hart verhandelt, ein Schlichter (Bert Rürup) musste intervenieren, bis schließlich im Dezember der Kompromiss feststand.

Ein ähnliches Gezerre ist nun für Bodenpersonal und Piloten zu erwarten. Der Lufthansa-Konzern hat allerdings keine Alternativen. Er muss den harten Sparkurs fahren, um gegen Billigflieger, Busse und Bahn im Inland und die subventionierte Langstrecken-Konkurrenz vor allem aus dem Nahen und Fernen Osten langfristig bestehen zu können. Die Gewerkschaften tun ebenfalls nur ihren Job, indem sie versuchen, Spar-Auswirkungen auf die Beschäftigten abzufedern.

Leidtragende des Konflikts werden vor allem die Fluggäste sein. Ihnen wird in den nächsten Wochen und Monaten noch viel Geduld beim Fliegen mit der Lufthansa abverlangt. Die Ferienzeit steht vor der Tür, für die Lufthansa und ihre Passagiere wird sie alles andere als erholsam.

Quelle: op-online.de

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