Wirbel um „Ökofaschimus“ und FDP

Kommentar: Erst denken, dann sprechen

Ja, es ist Wahlkampf, im Bund, in Hessen und in Bayern. Da geht es in der Sprache der Politiker auch deftiger zur Sache, wenn es gilt, den politischen Gegner anzugreifen oder dessen für die Zukunft - nach der Wahl - verkündeten Pläne und Ziele beim Wähler anzuschwärzen. Von Siegfried J. Michel

Mitunter hat derartiges dann wirklichen Nachrichtenwert, manchmal ist man auch amüsiert über den einen oder anderen Spruch. Doch auch im Wahlkampf sollte es Grenzen geben. Und die hat der hessische FDP-Landtagsabgeordnete Alexander Noll eindeutig überschritten. Der liberale Politiker hatte gesagt, dass die Steuerpläne der Grünen und das geforderte Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf Autobahnen „reiner Ökofaschismus“ seien. Herr Noll, das ist allerunterste Schublade. Schon allein der Gedanke, ausgerechnet die Grünen in eine faschistische Ecke stellen zu wollen, ist hanebüchen, das Gesagte um so mehr. Zu Recht fordern die Grünen deshalb eine Entschuldigung von Noll.

Der FDP-Politiker hätte darüber nachdenken müssen, was Faschismus wirklich ist und was in dessen Namen an grauenhaften Dingen auf dieser Welt geschah. Dann hätte sich das Wort vom „Ökofaschismus“ von ganz allein verboten. Noll hat zudem auch nichts aus den verbalen Fehltritten anderer in der Vergangenheit gelernt, die sich ebenfalls nicht entblödeten, Vorgänge aus heutiger Zeit mit Geschehnissen und der menschenverachtenden Politik aus den dunklen Tagen des Faschismus und der Nazi-Zeit in eine Reihe stellen oder Vergleiche ziehen zu wollen. Derartiges geht - das zeigt die Erfahrung - nach hinten los.

Fazit also: Wahlkampf ja, aber bitte nicht so!

Die zentralen Positionen des Grünen-Wahlprogramms

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Quelle: op-online.de

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