Ypsilanti meldet sich

Kommentar: Schweigen gebrochen

Vielen Sozialdemokraten dürfte das Frühstücksbrötchen im Halse steckengeblieben sein: Ausgerechnet jetzt, wo die SPD sich ein Schweigegelübde in der Öffentlichkeit auferlegt hat, gibt die Frau Interviews, die seit 2009 geschwiegen hat. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Die eine ganze Legislaturperiode lang nichts gesagt hat, weil sie den Regierungswechsel damals gründlich vermasselt hatte. „Augen zu, dann sind sie weg“, war ihr Motto 2008, als sie nicht erkennen wollte, dass parteiinterne Kritiker ihrem rot-grün-roten Kurs nicht folgen würden.

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„Vorstoß ist nicht gerade hilfreich“

Natürlich ist es legitim, wenn die gewählte Abgeordnete Ypsilanti, trotz langen Schweigens mit einem sehr guten Listenplatz bedacht, ihre Meinung äußert. Eine Meinung, mit der sie in der SPD keineswegs allein steht. Doch ihr öffentlicher Rat ist für Thorsten Schäfer-Gümbel nicht hilfreich. Ein Comeback dürfte er kaum einläuten, dafür ist die Erinnerung an das Wortbruch-Debakel für die SPD zu frisch.

Ein Wortbruch, der für Schäfer-Gümbel eine schwere Bürde ist, denn inhaltlich gibt es viele Überschneidungen mit der Linken. Und eine große Koalition ist für viele Sozialdemokraten ein Albtraum. Der SPD-Chef hat sich auferlegt, Ruhe zu bewahren. Auch alle anderen befinden sich offenkundig im Wartestand. Von der CDU, das ist ein Novum, kam nicht ein einziges Wort zum Reizthema Ypsilanti.

Quelle: op-online.de

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