Taktik bei der Hessen-SPD

Kommentar: Seltsame Strategie

Es ist nicht das erste Mal, dass Hessens SPD-Parteichef Thorsten Schäfer-Gümbel die Menschen verblüfft: Vor der Wahl, als er noch an Rot-Grün glaubte, sprach er ohne Not plötzlich davon, ein Bündnis mit der Linken politisch, aber nicht faktisch auszuschließen. Von Petra Wettlaufer-Pohl

Beim SPD-Parteitag in Leipzig sickerte zur Unzeit durch, er habe Rot-Grün-Rot jetzt beerdigt. Und nun auf einmal will er auch eine Minderheitsregierung prüfen. Alles nur Taktik, um den Preis in den Verhandlungen mit der CDUnach oben zu treiben?

Wenn ja, droht dem Taktiker jetzt die Gefahr, die Bouffier gestern kurz anklingen ließ: „Es wird am Ende auch Enttäuschungen geben, weil nicht alle dabei sind.“Schäfer-Gümbel ist auf dem besten Weg, am Ende nicht dabei zu sein. Natürlich muss er fürchten, dass die SPD-Basis mit Bouffier partout nicht koalieren will. Aber kurz vor Schluss eine Minderheitsregierung ins Spiel zu bringen, versteht niemand mehr. Sein grüner Freund Tarek Al-Wazir jedenfalls zeigt wenig Neigung, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen. Zu Recht.

Impressionen vom SPD-Parteitag in Leipzig

Impressionen vom SPD-Parteitag in Leipzig

Quelle: op-online.de

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