Pläne für Strecke von Langen nach Frankfurt

Kommt die Autobahn für Fahrräder?

Frankfurt - Das Vordringen des Pedelecs - also des Fahrrads mit Elektro-Hilfsmotor - wird mittelfristig die Verkehrsinfrastruktur insbesondere der Ballungsräume spürbar verändern. Von Michael Eschenauer

Jüngster Hinweis auf diesen Trend sind Planungen des Regionalverbandes Frankfurt-Rhein-Main für zwei „Fahrrad-Autobahnen. “.

Wie Birgit Simon (Grüne), Erste Beigeordnete des Regionalverbandes, der Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC), Norbert Sanden, und der neue regionale Radbeauftragte Georgios Kontos gestern berichteten, konzentriert sich der Regionalverband auf zwei Trassen: Eine führt von Langen über Neu-Isenburg und Sachsenhausen in die Frankfurter City, die andere über Frankfurt-Höchst nach Hofheim. „Wir wollen unser Konzept Bike & Business auf die nächste Stufe heben und damit Berufstätigen ermöglichen, aus einem Umkreis von bis zu 25 Kilometern mit dem Rad zu ihrer Arbeitsstelle in Frankfurt zu fahren“, sagte Kontos. Bereits im September soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden, im Frühjahr 2014 will man das Ergebnis vorlegen.

Die „Rad-Expressroute“ soll beleuchtet und asphaltiert sein, eine Breite von vier Metern aufweisen und ohne Kreuzungen auskommen. Natürlich, so Kontos, müssten noch viele Gespräche geführt werden - zum Beispiel mit Hessen-Forst. Denn ein Teil der Strecke mit dem Endpunkt in Langen führe durch den Stadtwald. Geredet habe man schon mit Vertretern von Neu-Isenburg. „Die Reaktion war extrem interessiert“, so Kontos. Mit Langen gibt es noch keine Absprachen. Vorgestellt wurden die „Autobahn“-Pläne anlässlich des zehnjährigen Bestehens des „RADforums RheinMain“.

Deutliche Kritik übte ADFC-Mann Sanden an der Landesregierung. Noch immer gebe es kein Mobilitätskonzept, in dem die künftige Rolle des Radverkehrs berücksichtigt werde. Dem Rad müsse bei der Verkehrsplanung die gleiche Bedeutung eingeräumt werden wie dem Auto. „Die Landesregierung gibt zwar das Ziel aus, den Radverkehr bis 2020 auf 15 Prozent steigern zu wollen, getan wird aber zu wenig.“ Derzeit liege der Anteil des Rad- am Gesamtverkehr in dem Bundesland bei sieben, bundesweit aber bei zehn Prozent. Frankfurt visiert 20 Prozent an, In der Region liegt der Anteil bei neun Prozent, Tendenz steigend.

Als Herausforderung sehen ADFC und Regionalverband die Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht. Radwege müssten nur dann befahren werden, wenn die Städte geprüft haben, dass diese sicherer als die Straße seien, erläuterte ADFC-Landesgeschäftsführer Sanden. „Weil für die meisten Radwege der Nachweis nicht erbracht werden konnte, dürften diese eigentlich nicht benutzungspflichtig sein.“ Daher würden künftig mehr und mehr blaue Radwegschilder abmontiert werden. Rad- und vor allem Autofahrern müsse nun klargemacht werden, „dass Radfahren auf der Straße oft sicherer ist als der Radweg - und meist schneller“, sagte Sanden. „Ziel ist es, die Radfahrer in den Sichtbereich des Autofahrers zu bringen.“ Innerorts müsse flächendeckend Tempo 30 gelten.

Quelle: op-online.de

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