Zustellung noch nicht überall besser

Kommt die Feiertagspost in Dieburg und Münster erst 2016?

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Postzustellung im Bereich Marktplatz/Zuckerstraße: Von hier erreichten unsere Zeitung bislang noch keine Klagen.

Dieburg/Münster - Die Postzustellung sorgt weiter für reichlich Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Seit dem Streik im Sommer hat sich mancherorts an der Gersprenz der bisher gekannte Service nicht wieder eingestellt. Von Jens Dörr 

Und jetzt kommt auch noch die Feiertagspost dazu. Da könnte so mancher auf die Weihnachtskarten vergeblich warten. In Dieburg kündigte die Post nach besonders hartnäckigen Reklamationen vor wenigen Wochen schnelle Abhilfe an. Unsere Zeitung hat einige Dieburger, die uns kontinuierlich über die Lage auf dem Laufenden gehalten haben, nach den Auswirkungen der versprochenen Maßnahmen wie den gezielten Einsatz erfahrener Zusteller statt Aushilfen in Problemzonen befragt. In Münster hat sich inzwischen die Lokalpolitik eingeschaltet.

In Dieburg wurden unserer Zeitung besonders häufig Beschwerden aus dem Osten der Stadt, unter anderem aus der Straße „Am Schlangensee“ nahe des Campus’ Dieburg zugetragen. Hier ist die Situation nach Schilderung eines Anwohners tatsächlich entschärft worden: „Meine Post kommt nun pünktlich - sowohl Briefe als auch Päckchen“, sagt er, der sich mehrfach beschwert hatte und jüngst neben einigen Briefmarken als „Entschädigung“ ein Entschuldigungsschreiben mit dem Versprechen erhalten hatte, dass die Lage verbessert werde. Das sei geschehen: „Ich denke, das hat vor allem damit zu tun, dass ich jetzt immer denselben Zusteller und keine Aushilfen mehr habe.“ Inwiefern auch beim Verschicken von Päckchen und Paketen alles rund mit der Post laufe, könne er nicht sagen: „Das mache ich alles über Hermes.“

Schwierigkeiten für einen Dieburger Unternehmer

Schwierigkeiten hatte auch ein Dieburger Unternehmer, der in der Pater-Delp-Straße ansässig ist und mit Jagdzubehör handelt. Unter anderem deshalb ist er auf die schnelle Lieferung von Päckchen angewiesen und darauf, dass der Bote auch tatsächlich an seiner Tür klingelt beziehungsweise nach dem Klingeln nicht nach wenigen Sekunden wieder verschwindet. „Bei den Päckchen klappt es inzwischen“, nennt er das Positive zuerst. „Ich habe den Eindruck, dass sich die Post da stärker bemüht, weil sie da im Wettbewerb mit anderen steht.“ Bei den Briefen, die die Post als Monopolist transportiert, habe er hingegen weiter Ärger: „Ich kriege nur noch zweimal pro Woche Briefe zugestellt, dienstags und samstags.“ Dann erhalte er jeweils einen ganzen Stapel.

Ein von der Behörde am 26. November verschickter Bauantrag sei bei ihm zudem erst am 5. Dezember eingegangen. „Ich hatte eine Frist von drei Wochen, habe den Antrag im Vertrauen darauf, dass ich noch etwas Zeit habe, zunächst liegen gelassen“, schildert es der Unternehmer. Als er dann das tatsächliche Fristende entdeckt habe, sei ihm nur noch ein Tag Zeit geblieben. „Da musste ich ganz schön rennen. Ansonsten wäre die Sache hinfällig gewesen.“

Neue Beschwerden gab es unterdessen aus anderen Richtungen. So erhielt die Goetheschule mehrere Tage lang keine Briefe, ebenso unser in der Mühlgasse ansässiger Verlag. Mitarbeiter unserer Zeitung mussten die Post schließlich selbst im Zustellstützpunkt in Münster einfordern. Während von dort wiederholt von hilfsbereiten und verständnisvollen Mitarbeitern berichtet wurde, häufen sich aktuell die Beschwerden über die angebliche Gleichgültigkeit der Mitarbeiter in der neuen Dieburger Filiale in der „Schlosspark-Galerie“.

Kein Briefkasten, keine Postfächer

Dort wird immer wieder darauf verwiesen, dass es sich insbesondere um eine Postbank-Filiale handele (die Postbank gehört nicht zur Post, sondern – noch – zur Deutschen Bank), in der allerdings auch Postdienstleistungen angeboten werden. Bemängelt wird zudem, dass es dort keinen Briefkasten gebe. Auch für die Postfach-Kunden in Dieburg wurde noch keine Dauerlösung gefunden: An ihre Fächer in der Ex-Filiale am Schlossgarten kommen sie nicht mehr heran, die Post wird zum Beispiel beim Dieburger Postfach-Inhaber Björn Grimm nun zur Privatadresse in der Straße „Am Rinkenbühl“ gebracht. Gerade beim Erhalt von viel Post und kleinem privaten Briefkasten ist es aber gerade Sinn der Sache, die Post in ein Fach und nicht nach Hause liefern zu lassen.

Während es in Dieburg also besonders dort, wo die Beschwerden heftig und regelmäßig ausfielen, teils Bewegung in die richtige Richtung gegeben hat, ist in Münster die Unzufriedenheit weiter gewachsen. Unsere Zeitung, aber auch die Lokalpolitik, bekam dort vermehrt den Ärger der Bürger zugetragen. Besonders vermisst wird die Zustellung der Post an Montagen (hier trägt die Post vorzugsweise Werbung für gewerbliche Kunden aus) und Samstagen. Die SPD Münster hat angekündigt, über ihre Abgeordneten in Bund und Land sowie gegenüber der Bundesnetzagentur und dem Post-Vorstand auf Abhilfe zu dringen.

Quelle: op-online.de

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