Wahlbeteiligung vor historischem Tiefstand

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Wegen der komplizierten Stimmabgabe kam es zu Schlangen vor den Wahlkabinen. In Hessen sind rund 4,6 Millionen Bürger zur Wahl neuer Kommunalparlamente aufgerufen. Parallel dazu läuft die landesweite Volksabstimmung.

Die Beteiligung bei den hessischen Kommunalwahlen steuert auf einen historischen Tiefstand zu.

Bis zum Sonntagnachmittag gingen bei den meisten Wahlämtern sogar weniger Bürger zur Kommunalwahl als 2006. Damals hatte die Quote am Abend mit 45,8 Prozent so tief gelegen wie niemals zuvor. Wieso nur so wenige Hessen an die Urnen gingen, war unklar. Ein Grund könnten aber die vielen Briefwähler in diesem Jahr sein.

In Frankfurt, Hanau, Offenbach und Wiesbaden lagen die Wahlbeteiligungen unter dem Niveau von vor fünf Jahren: In Frankfurt gingen bis um 16 Uhr nur 30,3 Prozent der Bürger wählen (2006: 30,8), in Wiesbaden waren es 29,7 Prozent. Damit lag die Wahlbeteiligung in der Landeshauptstadt nur 0,4 Prozentpunkte über der von 2006. „Wir werden wohl am Ende bei ungefähr 40 Prozent liegen“, schätzte ein Mitarbeiter des Wahlamtes.

Auch in Hanau und Offenbach lagen die Wahlbeteiligungen unter dem Niveau von vor fünf Jahren: Bis 14 Uhr wählten in Hanau 17,05 Prozent, in Offenbach 15,0 Prozent.

In Gießen gingen bis 14 Uhr 15,5 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne. Bei der letzten Kommunalwahl waren es um die gleiche Uhrzeit noch 17,1 Prozent. Um 10 Uhr - zwei Stunden nach Öffnung der Wahllokale - hatte die Wahlbeteiligung in Gießen gar bei nur 1,9 Prozent gelegen.

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„Bislang ist das Echo wirklich eher mau, ich habe keine Ahnung warum“, sagte ein Wahlamtsleiter im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen. „Bis zum Mittag haben wir rund 150 Wähler begrüßt - von insgesamt etwa 1200.“ „Es kann sein, dass bei dem trüben Wetter die Leute später aufgestanden sind“, sagte der Frankfurter Projektleiter Hans-Joachim Grochock. Ein Sprecher des Wahlamtes in Hanau sagte, er gehe davon aus, dass nach dem Sonntagsspaziergang vielleicht noch einige Wähler kämen.

Zur Mittagszeit die ersten Schlangen

Gegen die Mittagszeit bildeten sich vor den Kabinen in Frankfurt, Bad Homburg und dem benachbarten Bad Vilbel zwar die ersten Schlangen. Grund dafür war aber nicht die hohe Wahlbeteiligung, sondern die komplizierte Stimmabgabe: In Frankfurt etwa kann jeder Wähler 93 Stimmen - so viele Sitze gibt es in der Stadtverordnetenversammlung - über die Listen hinweg verteilen. dpa

Quelle: op-online.de

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