Von der Anti-Atom-Bewegung geprägt

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Überraschung in Darmstadt: Jochen Partsch hat die erste Runde der OB-Wahl gewonnen.

Darmstadt - Die Anti-Atomkraft-Bewegung hat Jochen Partsch geprägt. „Die Kernenergie hat keine Zukunft“, erklärt der Grüne unmissverständlich.

Am Sonntag erhielt Partsch bei der Oberbürgermeisterwahl in Darmstadt 37,4 Prozent der Stimmen - es war eine faustdicke Überraschung.

Anfang der 1980er Jahre gehörte Partsch zu den Gründern des Grünen-Ortsvereins in Hammelburg in Unterfranken. Drei Jahrzehnte danach könnte der 48 Jahre alte Darmstädter Sozialdezernent die lange Serie der SPD-Oberbürgermeister in Darmstadt beenden.

Zwischen ihm und Amtsinhaber Walter Hoffmann (58) kommt es am 10. April zur Stichwahl. Im ersten Durchgang lag Partsch deutlich vor dem SPD-Politiker (29,0 Prozent).

Aus dem Rennen ist CDU-Kandidat Rafael Reißer, der auf 26,4 Prozent kam. Aufgewachsen ist Partsch in dem kleinen Ort Langendorf unweit von Hammelburg. Die Eltern hatten einen Bauernhof.

Partsch möchte auch konservative Kreise ansprechen

„Wenn Sie als Junge sehen, dass der Vater auf dem Trecker das Chemiefass hinter sich herzieht und es Hautausschläge gibt, machen Sie sich Gedanken“, beschreibt er seine Erfahrungen.

Heute hat der Bruder den Betrieb auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. „Ich bin ein Grüner durch und durch“, beschreibt sich Partsch. Trotzdem möchte er nicht ein grüner Oberbürgermeister im engen Sinn sein.

Partsch will zwar seine „Grundhaltung nicht verändern“, aber auch konservative Kreise ansprechen. „Ich will ein Oberbürgermeister aller Darmstädter sein.“

Nach Darmstadt gelockt wurde Partsch von seiner Frau. Sie trat übrigens vor sechs Jahren als OB-Kandidatin an, lag aber nach dem ersten Durchgang mit 15,6 Prozent auf dem dritten Platz und kam somit nicht in die Stichwahl.

In der Stadt ist der 48-jährige Sozialdezernent oft mit dem Fahrrad unterwegs. Wenn es mit dem Oberbürgermeisterposten nicht klappt, hat er trotzdem noch ein aufregendes Ereignis vor sich: „Dieses Jahr werde ich Opa.“

dpa

Quelle: op-online.de

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