Kompliziertes Wahlsystem ist schuld

Ein Grund für die niedrige Wahlbeteiligung in Hessen ist nach Ansicht des Marburger Politologen Norbert Kersting das komplizierte Wahlsystem.

Das Kumulieren und Panaschieren sei für große Kommunen nicht das richtige Instrument, sagte der Wissenschaftler heute Abend im hr-Fernsehen. „Wer den Frankfurter Wahlschein gesehen hat, weiß wie kompliziert das ist, diesen auszufüllen.“ In der größten hessischen Stadt haben die Wähler bis zu 93 Einzelstimmen, um das größte Kommunalparlament der Republik zusammenzustellen.

Die Wahlbeteiligung habe bereits 2006 einen Tiefpunkt erreicht, meinte Norbert Kersting. Grund sei auch die geringe Wertschätzung kommunaler Fragen bei den Medien und den Bürgern. Den lokalen Vertretungen stünden weniger Kompetenzen zu, die auf die direkt gewählten Bürgermeister übergegangen seien.

Die Diskussion um die Atompolitik habe den Grünen sicher auch auf der lokalen Ebene Auftrieb gegeben, sagte der Forscher, der demnächst als Professor an die Universität in Münster wechselt. Mit so starken Zuwächsen wie in den Ländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz könne die Partei auf lokaler Ebene aber nicht rechnen.

dpa

Quelle: op-online.de

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