Kommunen wollen über Flugrouten mitbestimmen

Wiesbaden/Frankfurt - Ungeachtet der angekündigten Schritte zur Reduzierung des Fluglärms bleibt ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen nach Ansicht von Kommunalpolitikern unverzichtbar.

Dies sei das Ergebnis des Mediationsverfahrens beim Bau der neuen Landebahn gewesen, betonte Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) am Mittwoch. „Es ist nicht einzusehen, wieso das nicht umgesetzt wird.“ Zusammen mit Bürgermeistern der Region forderte Müller in Wiesbaden aktiven Schallschutz und künftig eine Beteiligung der Kommunen an der Festlegung der Flugrouten.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat die Erprobung des kontinuierlichen Sinkflugs zur Minderung des Fluglärms angekündigt. Die von der DFS geplante Anhebung der Flughöhen beim Gegenanflug auf 1800 Meter bezeichnete Müller als Meinungswandel, nachdem die Flugsicherung seit Monaten erklärt habe, solche Maßnahmen seien nicht möglich. Dem Flughafenbetreiber Fraport und dessen Chef Stefan Schulte warf Wiesbadens Stadtoberhaupt vor, bei der Diskussion um den Fluglärm seit Monaten abgetaucht zu sein.

Alle Artikel zum Flughafen Frankfurt lesen Sie im Stadtgespräch

Der Wiesbadener Umweltdezernent Arno Goßmann (SPD) nannte die DFS-Vorschläge einen Sprung nach vorn. Es müsse aber auch darum gehen, das schon in Oslo erprobte Reißverschluss-System ("Point Merge") auch in Frankfurt umzusetzen. Kelkheims Bürgermeister Thomas Horn (CDU) warf der Flugsicherung vor, die Gegenanflugrouten im vergangenen Jahr nach Gutsherrenart neu festgelegt zu haben.

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare