Kontingente und bis zu sieben Pisten

Offenbach - Eines der zentralen Themen in der Diskussion um den Ausbau des Frankfurter Flughafens ist das Nachtflugverbot. Von Matthias Dahmer

Für die Lufthansa und deren Ableger Lufthansa Cargo AG etwa ist insbesondere die Möglichkeit nächtlicher Frachtflüge eine unabdingbare Voraussetzung für die Existenz des Logistikstandorts Frankfurt, wie deren Vorstandschef Carsten Spohr vor einiger Zeit in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte.

Dieter Faulenbach da Costa, Flughafenplaner und Berater der Stadt Offenbach im Verfahren gegen den Airport-Ausbau, sieht das anders. Er verweist dabei zunächst auf die drei anderen großen europäischen Flughäfen, London, Paris und Amsterdam, die mit Frankfurt in der gleichen Liga spielen.

Grundsätzlich ist dort Flugverkehr zwischen 23 Uhr und 5 Uhr zulässig. Allerdings unter anderen Voraussetzungen:

London: Dort ist die Zahl der nächtlichen Flugbewegungen zwischen 23 Uhr und 6 Uhr kontingentiert und beschränkt sich auf rund 6 000 Flugbewegungen im Jahr. „Die Fraport peilt für diese Zeit bis zu 30 000 Flüge pro Jahr an“, rückt Faulenbach da Costa die Dimensionen zurecht.

Paris: Dort will man die nächtlichen Flugbewegungen auf immerhin 22 500 pro Jahr einfrieren, doch der Airport liegt mehr als 25 Kilometer außerhalb der französischen Hauptstadt.

Amsterdam: Auch die Holländer setzten auf eine Kontingentierung. Zwischen 23 und 7 Uhr sind nachts rund 12 700 Flüge erlaubt, wobei sich diese laut Faulenbach da Costa auf insgesamt sieben Pisten verteilen und es ein Lärmkontingent für jede einzelne Piste gibt.

Den von Lufthansa Cargo geltend gemachten Nachtflugbedarf vermag der Offenbacher Airport-Planer nicht zu erkennen. „Nicht die Eilbedürftigkeit der Fracht ist Anlass, sie nachts zu transportieren. Grund ist offensichtlich das Sammeln von Fracht um einen Frachtflieger ordentlich auszulasten sowie die Umlaufplanung der Fluggesellschaft“, schreibt Dieter Faulenbach da Costa in einem mit Zahlen gespickten sechsseitigen Themenpapier zum „Nachtflugbedarf am ausgebauten Flughafen Frankfurt Main“.

Quelle: op-online.de

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