Ärzte beschließen Aus für zwei Standorte

Konzept für Notdienste gebilligt

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Dietzenbach - Wie geht es ab 2015 weiter in Sachen ärztlicher Bereitschaftsdienst im Kreis Offenbach? Der Vorschlag der Ärzte aus der Region liegt nun auf dem Tisch - und er dürfte noch für viel Diskussionsstoff sorgen.

Bei einer Ärzteversammlung in Dietzenbach wurde das Konzept abgesegnet, das der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Frankfurt nun abschließend billigen muss, wie Ärzte-Obmann Dr. Reinhold Jerwan unserer Zeitung auf Anfrage erklärte. Dem Konzept zufolge bleiben die Notdienstzentralen in Dietzenbach, Langen und Seligenstadt erhalten. Geschlossen werden sollen Rodgau und Neu-Isenburg. Mühlheim hat bereits eine Kooperation mit Hanau vereinbart.

Geöffnet werden sollen die drei verbleibenden Notdienstzentralen mit mindestens einem Mediziner montags, dienstags und donnerstags von 19 Uhr bis 24 Uhr, mittwochs von 14 Uhr bis Mitternacht und an den Wochenenden von 7 bis 24 Uhr. In Langen und Dietzenbach werden zudem Hausbesuchsdienste stationiert, die das gesamte Einzugsgebiet auch nach Mitternacht abdecken sollen.

Widerstand ist programmiert. Sowohl Rodgau wie Neu-Isenburg wollen ihre Notdienste nicht kampflos aufgeben. Im August hatte es ein Gespräch über die Änderungen bei Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) mit der KV gegeben, bei dem von einer „sehr emotionalisierten Debatte“ die Rede war. Auch Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) war damals dabei. Er hatte anschließend gesagt, man werde „alles tun“, um die Schließungen zu verhindern. Bei der Versammlung in Dietzenbach übergab die Kreistagsfraktion der Freien Wähler den Ärzten 9 000 Unterschriften, die sie für den Erhalt aller Notdienstzentralen im Kreis Offenbach gesammelt hatte.

Ursprünglich gab es 114 ärztliche Bereitschaftsdienste in Hessen. Die KV arbeitet seit längerem an einer Reform, die nach und nach umgesetzt wird. Anfang 2015 soll die letzte Stufe in Kraft treten. Die Kassenärztliche Vereinigung begründet die Reform mit der Altersstruktur der hessischen Mediziner. „In acht Jahren werden wir 20 Prozent weniger Ärzte haben als heute“, erklärt Jerwan. Da könne es nicht einfach so weitergehen wie heute, auch wenn es damit für einzelne Patienten beschwerlicher werde. Mit Blick auf die Überalterung der Ärzteschaft sieht der Reformplan der KV unter anderem vor, nur noch in den hessischen Kommunen Bereitschaftszentralen aufrechtzuerhalten, die mehr als 50 Hausärzte haben. Jerwan betont, es gehe bei der Reform nicht darum, weniger Geld in die Hand zu nehmen. Es werde auch nach der Reform die gleiche Summe ins System fließen. Allerdings müssten die hohen Defizite reduziert werden, die bei den Notdiensten aufgelaufen seien.

ad

Quelle: op-online.de

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