Trotz Mängeln Plakette gegen Geld

Korruptionsfall beim TÜV Hanau

+

Hanau/Offenbach - Der TÜV Hessen sieht sich mit einem veritablen Fall von Korruption in den eigenen Reihen konfrontiert. Womöglich müssen deswegen Tausende Autofahrer aus der Region mit ihrem Wagen erneut zur Hauptuntersuchung. Von Ralf Enders

Wie das Unternehmen am Freitag berichtete, geht es um zwei Mitarbeiter im Service Center Hanau. Sie hätten Prüfergebnisse bei Hauptuntersuchungen von Kraftfahrzeugen gegen Geld gefälscht. Von wem der Deal - gegen Bezahlung wird trotz Mängeln ein Auge zugedrückt und die Plakette aufgeklebt - ausging, den Prüfern oder den Autofahrern, wird noch ermittelt.

Sicher scheint dagegen, dass das wahre Ausmaß des Korruptionsfalls noch viel größer ist. Der TÜV Hessen sprach von einem „komplexen Netzwerk aus Zulassungsdiensten, Werkstätten und beschuldigten Mitarbeitern des TÜV“. Jürgen Heinze, Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft Hanau deutete auf Anfrage unserer Mediengruppe an, der Fall habe „eine gewisse Größe“ und beschränke sich nicht alleine auf den TÜV Hessen. Weitere Auskünfte wollten wegen der laufenden Ermittlungen weder er noch die Offenbacher Kripo geben, die eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet hat. Ermittelt wird wegen Korruption und Falschbeurkundung. Am Freitag gab es unter anderem im Hanauer TÜV-Center einen größeren Polizeieinsatz.

Ins Rollen gebracht hat den Fall der TÜV selbst, nachdem er bei internen Kontrollen auf Unregelmäßigkeiten gestoßen war. TÜV-Sprecher Wolfgang Krüger betonte, das Unternehmen unterstütze die Aufklärung intensiv. Wie viele Autos betroffen sind, konnte er noch nicht sagen, die Anzahl sei jedoch „mindestens dreistellig“. Aus Gründen der Verkehrssicherheit würden der TÜV und die Zulassungsstellen nun die betroffenen Fahrer informieren. Sie müssen mit ihren Kfz erneut zur Hauptuntersuchung, die Kosten hierfür trage der TÜV, so Krüger.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare