Kranichsteiner Sommer lockt bei jedem Wetter

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Die Bastion des Kranichsteiner Jagdschlosses: Es ist schwer vorstellbar, dass ein Besucher in dieser Museumslandschaft und dem Park nicht irgendetwas findet, das ihn fasziniert.

Darmstadt - Im Rhein-Main-Gebiet gibt es kaum ein ähnlich schön gelegenes Ausflugsziel wie das märchenhaft wirkende Jagdschloss Kranichstein bei Darmstadt, umgeben vom urtümlichem Park und weitläufigen alten Wäldern. Die Anlage hat sich zur Museumslandschaft und zum Ausflugsziel für die ganze Familie gemausert. Von Reinhold Gries

Die Anlage hat sich zur Museumslandschaft und zum Ausflugsziel für die ganze Familie gemausert.

Rosaria Messina und Wiebke Hess (links) von der Hochschule für Gestaltung in Offenbach haben das Bioversum mitgestaltet.

Aktuell bietet der „Kranichsteiner Sommer“ eine bunte Mischung aus Waldabenteuer, Tierkunde, Musik und Kunst. Vom Jagdschloss strahlen in Renaissance und Barockzeit entstandene Wege sternförmig ins ehemals landgräfliche Jagdrevier aus, idyllische Lichtungen, Wasservogelreviere und Bäche bieten wechselnde Blicke in unverdorbene Landschaft. Lehrpfade mit naturkundlichen und kulturhistorischen Stationen führen an verwunschenen Jagdhäuschen vorbei. Einen Kilometer lang schlängelt sich vom Schloss ein romantischer Weg vom Backhausteich aus am Ruthsenbach entlang zum Ausflugsziel Oberwaldhaus, vorbei am 118 Meter langen Zeughaus, dem alten und neuen Zentrum der Wald- und Jagdkultur Hessens.

In dem größten Gebäude seiner Art geht es durchaus volksnah zu, zumal im Lehrrevier und im neu eröffneten „bioversum“ Kinder und Jugendliche ökologisch an die Artenvielfalt der Natur herangeführt werden: Für Kinder wie Erwachsene gibt es Bastelkurse für Materialien aus Wald und Wiese, Vogelstimmenwanderungen, nächtliche Nachtfalter- und Fledermausexkursionen, Fotoausflüge zu seltenen Pflanzen und phantasiereiche Erzählführungen zu Waldgeistern und Baumfeen.

Falls das Wetter nicht mitspielt, warten im einzigartigen Öko-Museum 27 Spiel-, Experimentier- und Mikroskopierstationen sowie ein Versuchslabor. Kuratorin Onno Faller sowie Rosaria Messina und Wiebke Hess, die Offenbacher Mitgestalter des multimedialen Konzepts von der Hochschule für Gestaltung, verfallen selbst dem Spieltrieb, wenn sie in den Stationen nach dem Rechten sehen.

Sommeröffnungszeiten: Jagdschloss Mi-Sa 13-18 Uhr, So 10-18 Uhr;

bioversum Di-Sa 11-17 Uhr, So 10-18 Uhr; Stiftung Hessischer Jägerhof 06151/ 971118-0

Internet:

Homepage

Bioversum 

Karten

Vor und im Zeughaus und im Park des Jagdschlosses treffen sich häufig Waldhorn- und Parforcebläser zum geplanten oder spontanen Spiel. Die archaischen Klänge gehen unter die Haut, vor allem wenn sich - wie zuletzt - gleich mehrere hundert Bläser und Bläserinnen jeden Alters zum Landes- und Bundeswettbewerb treffen. Am 9. August wollen mitten im Schlosspark über 100 Mitwirkende der „Silesian State Opera“ bei der Aufführung von Guiseppe Verdis Oper „Nabucco“ das alte Babylon und den Freiheitskampf der Israeliten zum Leben erwecken.

Die original Kranichsteiner Stadtmusikanten.

Wer den etwas stilleren Genuss vorzieht, dem sei ein Kunstspaziergang zwischen phantasievollen Stahlskulpturen im urigen Schlosspark empfohlen (noch bis 28.6.), in dem auch Kinder und Hunde viel Auslauf haben. Die gefalteten und abstrahierten menschlichen Gestalten in Pink bis Silber stammen von „E.R. Nele“, der sich hinter einem Künstlernamen verbergenden Tochter des documenta-Vaters Arnold Bode. Wem das zu modern ist, der hat eine prächtige Alternative, den musealen Parcours durch kostbar ausgestattete Gänge und Säle des 430-jährigen großherzoglichen Jagdschlosses, in dem sich noch vor 150 Jahren der europäische Hochadel zum „Kranichsteiner Sommer“ traf. Unabhängig von vielen wertvollen Jagdwaffen, die nicht jedermann erfreuen, ist das Jagdmuseum im Untergeschoss kulturgeschichtlich ebenso interessant wie die Kunstsammlung der hessisch-darmstädtischen Großherzöge in stimmungsvoll eingerichteten Stilräumen des Obergeschosses. Zur rechten Zeit kann man dort sogar dem Schlossgespenst begegnen, dargestellt vom Kindertheater „Chamäleon“.

Falls man kein Picknick dabei hat, gibt es in Kranichstein auch Kulinarisches. Die Auswahl reicht vom gediegenen Menu oder Kaffeekränzchen im Hotelrestaurant oder Garten des Jagdschlosses über preiswert wohlschmeckende Hessenküche des Restaurants „Zum Zeughaus“ bis zum italienisch-deutschen Schmaus im Biergarten des großen Reiterhofes.

 

Quelle: op-online.de

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