Hilfe für junge Patienten

Frankfurt (jfa) ‐ Innovative Therapiestrategien für krebskranke Kinder zu entwickeln - das ist das Ziel eines neuen Instituts am Uniklinikum der Goethe-Universität Frankfurt.

Zur Direktorin des Instituts für Experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie wurde Simone Fulda ernannt, die zugleich eine Stiftungsprofessur an der Goethe-Universität antrat. Fulda forscht bereits seit rund 17 Jahren zum Thema Krebs bei Kindern und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

Das Institut und Teile der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums bilden gemeinsam das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin. Deutschlandweit einzigartig sei diese Verbindung von Kinderklinik und Forschungseinrichtung, die beide auf Krebserkrankungen bei Kindern spezialisiert sind, sagte Thomas Klingebiel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin. Mit Fuldas Ernennung werde zudem erstmals an einer deutschen Universität ein Lehrstuhl geschaffen, der sich vorwiegend mit den Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Krebskrankheiten im Kindesalter befasst.

Enge Kooperation zwischen Klinik und Institut

Die Forschung des Instituts fokussiert sich auf drei Schwerpunkte: Grundlagenforschung, die Entwicklung neuer Therapieansätze sowie die Anwendung der entwickelten Therapien, welche die Heilungschancen krebskranker Kinder langfristig verbessern sollen.

Die enge Kooperation zwischen Klinik und Institut soll einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch ermöglichen, von dem beide Seiten profitieren. So sollen nicht nur Erkenntnisse aus der experimentellen Forschung direkt bei der Behandlung der Patienten Verwendung finden, sondern auch umgekehrt die Ergebnisse klinischer Studien zurück in die Forschungstätigkeit fließen.

Sowohl die Stiftung als auch der Verein nehmen Spenden entgegen:

Kinderkrebsstiftung

Hilfe für krebskranke Kinder

Bei einer der Therapiemethoden soll zum Beispiel versucht werden, den Krebs durch Aktivierung des natürlichen Zelltods zu zerstören, der bei Tumorzellen normalerweise blockiert sei, sagte Fulda. Andere Therapien setzten darauf, dass Immunsystem der Patienten so zu stärken, dass es kranke Zellen selbstständig eliminieren könne oder sähen den Einsatz modifizierter Viren vor, die Tumorzellen angreifen, nicht aber gesunde Zellen. Dies teilte die Frankfurter Stiftung für krebskranke Kinder mit, die den Betrieb des Instituts und die Professur vollständig finanziert. Die laufenden Kosten liegen nach eigenen Angaben bei 500.000 Euro im Jahr. Seit 2005 betreibt die Stiftung ihr eigenes Forschungshaus in Niederrad, dass zudem bis 2011 einen Anbau erhalten soll.

Hinter der Stiftung steht der Verein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt, der 1982 von betroffenen Eltern gegründet wurde, deren Kinder an Krebs erkrankt waren. Der Verein unterstützt die Kinder- und Jugendklinik zusätzlich mit Personal, Erzieherinnen und „Clowndoktoren“ zur Unterhaltung der Kinder und sorgt zudem für eine kindgerechte Ausstattung der Krankenzimmer. Darüber hinaus bietet er beispielsweise Beratung, psychologische und sozialpädagogische Betreuung für die Betroffenen und gewährt finanzielle Unterstützung für bedürftige Familien.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Goethe-Universität Frankfurt am Main

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