Krebstherapie mit modernster Medizintechnik

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„CyberKnife“ ermöglicht bei Krebserkrankungen die Präzisionsbestrahlung des ganzen Körpers.

Frankfurt - Die Diagnose Krebs erschüttert jeden: den Betroffenen, seine Familie, seine Freunde - einfach sein ganzes Umfeld. Auch Gerd Stenzhorn war erschüttert, als sich bei ihm der Krebs zurückmeldete und Metastasen in der Lunge diagnostiziert wurden. Von Sonja Thelen

Gemeinsam mit seinen Ärzten an der Frankfurter Universitätsklinik wurde ausgiebig nach Therapieansätzen recherchiert, die für ihn infrage kamen. Übrig blieb das „CyberKnife“ - eine schonende, schmerzfreie, fortschrittliche Behandlungsmethode, die das Zentrum für Radiochirurgie am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität bislang nur bei Tumoren im Kopf einsetzte. Bei Gerd Stenzhorn konnte sie nun auch zur Bekämpfung der Lungenmetastasen angewandt werden. Mit Erfolg. Jetzt, acht Monate nach der Therapie und nachdem die Metastasen „restlos zerstört“ seien, fühlt sich Gerd Stenzhorn wohl und hofft „die nächsten fünf Jahre beschwerdefrei leben zu können“.

Von Mitte nächsten Jahres an sollen noch mehr Patienten mit schweren Erkrankungen von den neuen Behandlungsmöglichkeiten durch Radiochirurgie profitieren können. Denn gestern haben die Betreiber des Zentrums den Grundstein für den Erweiterungsbau „CyberKnife“ gelegt. Gut sechs Monate werden die Arbeiten für den Neubau dauern, der auf dem Gelände der Uniklinik in Frankfurt-Niederrad am Schleusenweg errichtet wird. Neun Millionen Euro kostet der Ausbau.

Eines der modernsten Radiochirurgie-Zentren Deutschlands

Damit entsteht in Frankfurt eines der modernsten Radiochirurgie-Zentren Deutschlands, betonte Werner Ullrich, Geschäftsführer des Radiochirurgie-Zentrums. Dort wird künftig neben dem bereits seit Jahren erfolgreich angewandten „Gamma Knife“ das „CyberKnife“ in der Krebstherapie eingesetzt. Diese medizinischen Hightechgeräte ermöglichten eine ganz besondere ambulante, schmerzfreie, komfortable und weitestgehend gefahrenfreie Chirurgie, sagt Ullrich. Anstelle des Skalpells arbeitet ein robotergeführter Strahl.

Mit großer Präzision zerstört er das Tumorgewebe im Inneren des Menschen, ohne dass ein Schnitt mit einem Skalpell geführt wird. Das umliegende gesunde Gewebe wird mit dem Einsatz der neuen Medizintechnik nicht mehr geschädigt. Michael Holz, der als Prokurist beim Projektentwickler „mevcon“ den Erweiterungsbau mitbetreut, glaubt, dass auch ihm „CyberKnife“ hätte helfen können. Vor fünf Jahren wurde bei ihm ein Nierentumor diagnostiziert. Das befallene Organ musste entnommen werden. Die neue Methode hätte ihm womöglich die Niere retten können, meint Michael Holz.

„Behandlung auf den ganzen Körper erweitern“

Bislang können im Frankfurter Zentrum für Radiochirurgie und Präzisionsbestrahlung nur Erkrankungen im Kopf behandelt werden. Mit der Erweiterung „können wir die Behandlung auf den ganzen Körper erweitern“, erklärt Geschäftsführer Ullrich. Auch sein Kompagnon, der Mediziner und Physiker Andreas Mack, sieht in dem modernen Krebszentrum eine „Riesenchance für unsere Patienten, um für sie nachhaltig etwas zu verbessern“.

Nach Ansicht von Claus Rödel, Direktor der Universitätsklinik für Strahlentherapie, entsteht in Kooperation mit dem modernen Radiochirurgiezentrum ein „universitäres Kompetenznetzwerk“. Gemeinsames Anliegen sei es, in der modernen und interdisziplinär ausgerichteten Onkologie „eine auf den Patienten maßgeschneiderte, optimale Therapie“ zu entwickeln, die zum Ziel hat, die Lebensqualität des Erkrankten zu verbessern und die Nebenwirkungen erheblich zu reduzieren. Auch Volker Seifert, Direktor der Universitätsklinik für Neurochirurgie, ist überzeugt, dass eine individuelle Behandlung von schwer erkrankten Patienten heute nur dann möglich ist, wenn verschiedene medizinische Fachgebiete eng kooperieren.

Quelle: op-online.de

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