Übergriff durch muslimische Wachleute

Kreis besorgt um Sicherheit christlicher Flüchtlinge

Oberursel - In einer Oberurseler Flüchtlingsunterkunft sollen muslimische Wachleute christliche Bewohner attackiert haben. Das sorgt für reichlich Unruhe. Auch der Landrat des Hochtaunuskreises ist besorgt.

Nach einem Vorfall in einer Flüchtlingsunterkunft in Oberursel will der Hochtaunuskreis besonders auf die Sicherheit christlicher Asylbewerber achten. Der Kreis werde alles in seiner Kraft stehende tun, damit verfolgte christliche Asylbewerber nicht Opfer von Übergriffen durch Muslime würden, teilte Landrat Ulrich Krebs (CDU) in Bad Homburg mit. Bei dem Vorfall am 7. November, über den zunächst "Die Welt" (Montag) und dann weitere Medien berichtet hatten, sollen muslimische Sicherheitsmitarbeiter christlichen Bewohnern vorgeworfen haben, den Islam beleidigt zu haben, und sie dann angegriffen haben.

Laut Polizei liegen Anzeigen beider Seiten vor. Zwei Bewohner hätten Anzeigen wegen Körperverletzung gegen Wachpersonal gestellt, sagte der Sprecher der Polizei im Hochtaunuskreis, Siegfried Schlott. Auch von der anderen Seite sei Anzeige erstattet worden. "Es liegen wechselseitige Beschuldigungen vor." Die Ermittlungen dauerten an. Zu einem möglichen religiösen Hintergrund äußerte er sich nicht. In einer Mitteilung des Landrates hieß es, die an Attacken muslimischer Securitymitarbeiter auf christliche Asylbewerber Beteiligten seien umgehend von ihren Aufgaben entbunden worden.

In der Notunterkunft in einer Sporthalle leben nach Angaben einer Kreissprecherin vom Mittwoch rund 700 Menschen. Es gebe täglich Lagebesprechungen. Eine weitere Situation wie die am 7. November habe es nicht gegeben. Landrat Krebs teilte mit: "Ohne Pauschalurteile abgeben zu wollen, sehen wir solche Attacken auf christliche Asylbewerber, zu denen es leider in zahlreichen Unterkünften in Deutschland gekommen ist, mit großer Sorge." Man habe ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter gebeten, extrem aufmerksam zu sein und jeder Diskriminierung entgegenzutreten.

Polizeisprecher Schlott betonte, es gebe immer wieder Reibereien in Unterkünften. Die Chefin der Homburger Polizeidirektion, Antje van der Heide, wurde in der "Taunus-Zeitung" (Mittwoch) mit den Worten zitiert, in den Flüchtlingsunterkünften der Gegend sei es zu unterschiedlichen Zwischenfällen gekommen, die - bis auf eine Massenschlägerei in Oberursel - aus polizeilicher Sicht nicht als gravierend bezeichnet werden müssten. Meistens seien es einfache Körperverletzungen, Beleidigungen oder Sachbeschädigungen. "Auch Straftaten zum Nachteil von Frauen sowie angeblich religiöse motivierte Taten gelangten zur Anzeige."

dpa

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symboldbild: dpa

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